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Vorschau:
Die Krimi-Highlights
bis Frühjahr 2011
- siehe unten!
Bitte scrollen, oder gezielt
suchen mit Ctrl + F / Strg + F
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Lesung "Unter Sternen"
am 28. August 2010:
Gunter Gerlach:
"Von Mädchen und Mördern"
(Kurzgeschichten) /
"Friedhof der Beziehungen"
(Kriminalroman)
Samstag, 28.08.2010,
in der Spechtpassage, 21:30 Uhr (Info hier!)
Autorenporträt hier auf der Website bei Joey
(dort dann suchen mit Ctrl+F)
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Wir gratulieren zum
Deutschen Krimipreis ...
... und freuen uns, dass die Badische Zeitung dazu unseren Mitarbeiter Robert Schekulin interviewt hat (der nämlich in der Jury mit abstimmt, dieses Jahr aber wieder völlig daneben lag mit seinen Favoriten).
Link zum BZ-Artikel vom 16.01.2010. - Danke, Joey!
Link direkt zum Deutschen Krimipreis 2010.
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Außerdem freuen wir uns ...
... über das nette kapitalismuskritische Laden-Porträt auf der Krimi-Website Europolar. - Merci beaucoup, Michael!
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Aus unserem
Antiquariat
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Buchpaket mit vier Ausgaben des französischen Krimi-Jahrbuchs "Les Crimes de l'année":
Die Ausgaben # 10, 11, 12, 13 behandeln die französischen Krimineuheiten von August 1999 bis August 2003. Alle vier kosten neu zusammen € 49,- (französische Originalpreise), bei uns als einmaliges Paket nur € 20,- (incl. Porto). Sehr guter Zustand, ungelesen.
Bestellung bitte per e-mail.
Lieferung nach Bezahlung.
(Update: RS, 9. Juni 2010)
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Willkommen
in der Krimiabteilung unserer Buchhandlung

Vorne: Irgendwelche Neuheiten. Links: Übersetzungen aus dem Englischen.
Links oben: Roberts leere Whisky-Flaschen. Hinten: Das Fenster zum Hof. Und der Lesesessel.
Abgesehen von einem Regionalia-Regal (Freiburg-, Baden-, Schwarzwald-Krimis) im Eingangsbereich, finden Sie unsere Krimiabteilung im gemütlichen Obergeschoss. Auf etwa 25 qm Fläche stehen hier gut 70 Regalmeter Krimis Rücken an Rücken autorenalphabetisch nebeneinander in hellen Holzregalen. Aktuelle Neuheiten und weitere ausgewählte Titel liegen außerdem frontal präsentiert in Schrägregalen.
Damit Sie beim Suchen nach Ihrer Lieblingsautorin nicht von einer endlosen Regalwand erschlagen werden, haben wir das Ganze sinnvoll in sechs Regal-Bereiche unterteilt: Englischsprachige Originalausgaben; Deutschsprachige Originalausgaben; Übersetzungen aus dem Englischen; Übersetzungen aus anderen Sprachen als Englisch; Sekundärliteratur & Sachbücher & Story-Sammlungen; Historische Krimis & Romane.
Zum Schmökern gibt es einen bequemen Sessel; zur Information eine Pinnwand mit Wörtches "Leichenberg", der aktuellen Bestenliste und anderen kritischen Infos; eine Tür führt hinaus auf die sonnenbeschienene Terrasse (in Baden scheint immer die Sonne!); und gelegentlich läuft leise Jazz im Hintergrund. Die Whisky-Flaschen über dem einen Wandregal allerdings sind schon leer getrunken ...
Ach ja, im Keller haben wir noch unser Krimi-Antiquariat. Stöbern lohnt sich, wir bearbeiten aber auch gern Ihre Such-Anfrage.

Vorne Mitte: Aktuelle Neuheiten. Links hinten: Deutschsprachige Originalausgaben.
Rechts hinten: Übersetzungen aus anderen Sprachen als Englisch.
Die große Krimi-Abteilung besteht so seit 1996 (damals noch in der UFO Buchhandlung), und krimikritische Veröffentlichungen meinerseits sorgten bald dafür, dass unsere Spezialbuchhandlung nicht nur als Fantasy- und SF-Fachgeschäft, sondern eben auch als Krimibuchhandlung anerkannt wurde. So folgte ich gerne der Einladung, der Jury des Deutschen Krimipreises beizutreten und dort alljährlich mit abzustimmen. Und es freut mich auch, wenn wir im Krimi-Taschenkalender immer zwischen den Kollegen von Alibi, Hammett und Wendeltreppe als Krimibuchhandlung mit aufgeführt werden, oder wenn Freiburger Krimi-Veranstalter oder Bibliotheken unseren fachmännischen Rat suchen.
Was Lesungen und andere Krimi-Veranstaltungen angeht, so backen wir seit einiger Zeit kleinere Brötchen. Lieber bleiben wir im Vorfeld und im Hintergrund bei anderen Veranstaltern aktiv, machen beispielsweise immer gerne die Büchertische bei den Krimi-Lesungen "Unter Sternen" im August jeden Jahres oder beim "Krimi-Herbst" des Kommunalen Kinos.
Zu guter Letzt: Die Krimiabteilung, das bin nicht ich alleine. Genau so wichtig ist Chef Mathias Maier, der auch schon genügend Krimis gelesen und kritisches Urteilsvermögen bewiesen hat. Wahrscheinlich ist sein literarischer Horizont, vor allem bei aktueller Lektüre, sogar weiter als meiner, begeistert er sich doch auch für alle möglichen Phantasten, vorzugsweise russische.
Wer jedenfalls etwas mehr über mich als "Mister Krimi" hier in der Buchhandlung Am Schwarzen Kloster wissen will, wird bei kaliber38 fündig. Dort kann man eine zehn Jahre alte Selbstauskunft nachlesen, nämlich meine Antwort auf die Frage: "Robert Schekulin, warum Kriminalliteratur?"
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Fotos: Aileen Krieg
Letztes Update: RS, 04.06.2010 |
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Vorschau
Die nächsten guten Krimis
bis zum Frühjahr 2011
(alphabetisch nach Verlagen)
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Aus technischen Gründen ist diese Vorschau
in zwei mal drei Spalten aufgeteilt.
Autoren, Titel, Verlage findet man
mit Ctrl + F bzw. Strg + F.
Zuletzt aktualisiert von RS am 17. Juli 2010.
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Alexander Verlag:
Rüstig schreitet sie voran, die löbliche Werkausgabe von Ross Thomas. Gestorben Ende 1995, war er einer der wichtigsten Politthrillerautoren des 20. Jahrhunderts, und wahrscheinlich derjenige unserer Politthriller-Klassiker, der am beeindruckendsten kritische Intelligenz, sarkastischen Witz, Action und Spannung kombinieren konnte zu heute noch mit Vergnügen und Erkenntnisgewinn lesbaren Thrillern. Nächster Band in der Reihe ist (im September 2010, leider noch kein Titelbild verfügbar) "Der Yellow-Dog-Kontrakt", die erste ungekürzte deutsche Ausgabe von "Yellow Dog Contract" (1977).
www.alexander-verlag.com/Ross_Thomas_PEID62.html
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Anabas Verlag:
Bei Anabas gab's mal, allerdings als Ausnahme im Verlagsprogramm, einen schönen schwarzen immerwährenden Krimi-Taschenkalender. - Wie auch immer, für Mai angekündigt und bislang noch nicht erschienen: eine neue deutsche Ausgabe des russischen Klassikers "Mess Mend" von Marietta Schaginjan. Das Original war 1924 im vorstalinistischen Russland als Heftromanserie unter dem Pseudonym Jim Dollar erschienen, und wahrscheinlich wird hier ziemlich viel avantgardistischer literarischer Schabernack mit dem Genre getrieben ... - ich bin sehr gespannt, denn ich kenne das Buch bisher nur vom Hörensagen!
www.anabas-verlag.de/07.html
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Argument Verlag:
Drei Krimis kommen im Spätsommer/Herbst 2010. Im August Nora Miedlers zweiter Frauenkrimi "Die Musenfalle" - klingt nach Eva Rossmann, was die Verlagsvorschau da erzählt. Im Oktober dann "Kein Durchkommen" von Bohnet Pleitgen (= Ann-Monika Pleitgen & Ilja Bohnet), ebenfalls ein zweiter Krimi, aber wohl weniger lustig, eher aufklärerisch gemeint, es geht um ein dubioses Klimaforschungsprojekt. Und ebenfalls im Oktober das Highlight, Christine Lehmanns neunter Fall für Lisa Nerz: "Malefizkrott", allein für den Titel verdient sie einen Kuss!
www.argument.de/
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Atrium:
Wer an Ken Bruens "Jack Taylor fliegt raus" und "Jack Taylor liegt falsch" sein Vergnügen hatte, an diesen derben irischen Säuferkrimis, die durch Harry Rowohlts Übersetzung wahrscheinlich erst die richtige Würze bekommen, der wird sicher auch "Jack Taylor fährt zur Hölle" genüsslich verschlingen (Klappenbroschur, Ende August 2010).
www.atrium-verlag.com/
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Aufbau Verlag, mit Rütten & Loening
und Osburg Verlag:
Im laufenden Taschenbuch-Programm bei Aufbau kommen Ende Juni noch Claudio Paglieris dritter Krimi "Keine Pizza für Commissario Luciani", Ende Juli Polina Daschkowas "Das Haus der bösen Mädchen", und Ende August Paul Grossmans Berlin-1932-Krimi "Schlafwandler".
Und im Taschenbuch-Programm Herbst/Winter 2010/2011? Mittelmaß und Wahn. Ödnis und Überflüssiges. Außer der TB-Ausgabe von Fred Vargas' letztem Roman "Der verbotene Ort" (Ende Juli) seh ich da kaum Bemerkenswertes.
Ein Eifelkrimi (und auch noch Serienkiller-, oh je!), ein Irland-Krimi mit Schwein (natürlich "skurril"), ..., Didier van Cauwelaerts "Das Findelkind" (früher bei Fischer) wird wieder aufgelegt, "Dänemarks ungekrönte Krimikönigin" (Verlagswerbung) Elsebeth Egholm schickt in "Der Menschensammler" wieder mal ihre tapfere und natürlich "eigenwillige" Journalistin Dicte Svendsen ins Rennen (bisher vier Krimis der Serie bei btb), ...
Anfang Oktober dann wieder der traditionelle Adventskrimi in 24 Kapiteln zum Aufschneiden, nett illustriert: "Wer hat Angst vorm Weihnachtsmann?" von Peter Mathews, okay, das ist zum Jahresende ja ganz lustig.
Kommissarin Nelly Rossos zweiter Fall, "Das böse Blut der Donna Luna" von Rosa Cerrato, kommt ebenfalls Anfang Oktober, Mitte November kommt dann Shane Briants Internet-Thriller "Traummörder", Mitte Dezember kommen dann Peter Tremaynes soundsovielter Historiokrimi um Schwester Fidelma, "Der Blutkelch", und die TB-Ausgabe von Eliot Pattisons sechstem Tibet-Krimi "Der tibetische Verräter", Ende Januar wird dann Jean G.Goodhinds vierter lustiger Frauenkrimi "Mord nach Drehbuch" ausgeliefert, ..., nee, Schluss jetzt!
Immerhin kommen Ende Februar noch zwei interessante Aufbau-Taschenbuch-Krimis. Diana Fiammetta Lamas erster Neapel-Krimi "Eine Leiche zu Ferragosto. Maresciallo Santomauro fischt im Trüben" ist vielleicht das Richtige für Camilleri-Fans. Und Alan Giffords Thriller "Das Camp" behandelt ein heikles Thema: Deutsche Kriegsgefangene in Colorado, USA, 1944. Gifford verwebt hier Historisches mit einer Liebe-und-Mord-und-Sabotage-und-Gefangenenausbruch-Geschichte und muss sich dann wohl tatsächlich mit Ken Folletts "Die Nadel" und David Gutersons "Schnee, der auf Zedern fällt" vergleichen lassen, wie es die Verlagsvorschau vollmundig tut.
Bei Aufbau im Hardcover erscheint Mitte September Ernesto Mallos zweiter Krimi um Comisario Lascano in Buenos Aires, "Der barfüßige Polizist von der Calle San Martín" - offensichtlich ist hier derselbe Mensch am Werk, der auch schon die Titel von Fred Vargas verhunzt hat, denn das argentinische Original von 2007 heißt "Delincuente argentino". Mallos Serienauftakt "Der Tote von der Plaza Once" war dieses Frühjahr erschienen, es spielt Ende der 70er, sein zweiter Roman nun Anfang der 80er, und offensichtlich schreibt er hier nicht bloß irgendwelche netten Krimis mit südamerikanischem Lokalkolorit, wie es die deutschen Titel suggerieren, sondern eine kriminalliterarische Chronik der bitteren jüngeren Geschichte Argentiniens.
Bei Rütten & Loening diesmal gleich drei Spannungsromane: Eliot Pattisons zweiter historischer Indianerkrimi "Das Auge des Raben" ("Der letzte Mohikaner trifft Braveheart - mit einem Schuss CSI", wird Entertainment Weekly zitiert) (HC, Mitte November), Doug Magees Entführungsthriller und Familiendrama "Schöne Ferien" (Klappenbroschur, Mitte November), und Ann Rosmans Schwedenkrimi "Die Tochter des Leuchtturmmeisters", Serienstart um die "sympathische Ermittlerin" Karin Adler (HC, Ende August). - Nix für ungut, aber da interessiert mich Jürgen Petschulls "Der fünfte Schatten" schon eher (HC bei Osburg, Ende September), das verspricht nämlich Lesestoff für alle Fans von Ditfurths Stachelmann-Krimis.
www.aufbau-verlag.de/
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Bastei Lübbe TB, mit Gustav Lübbe und Ehrenwirth HC:
Im laufenden Taschenbuch-Programm bis Oktober 2010 kommt noch Andrea Camilleris "Die schwarze Seele des Sommers. Commissario Montalbano blickt in den Abgrund" (im Juli). - Vom Rest wollen wir schweigen. Denn echt Aufregendes spielt sich bei Bastei Lübbe eher im SF-Programm ab (siehe Phantastik-Vorschau).
Im Herbst/Winter-Programm kommt im November die TB-Ausgabe von Eva Rossmanns "Russen kommen".
Im Dezember nix Gscheits, dafür haben wir im Januar 2011 einen interessanten Franzosen: Jean-Marc Souvira, selber altgedienter Bulle, erhielt für seinen Erstling "Der Zauberer" ("Le magicien", 2008) den Krimipreis Prix des Lecteurs "Gouttes de Sang d'Encre".
Im Februar haben wir Carin Gerhardsens Schwedenkrimi "Nur der Mann im Mond schaut zu", im März kommen die TB-Ausgaben von Arnaldur Indridasons "Kälteschlaf" und von Francesco de Filippos Camorra-Roman "Gezeichnet", und im April die TB-Ausgabe von Giancarlo De Cataldos Italokrimi-Anthologie "Denn dein ist das Böse", die alles versammelt, was in Berlusconien krimimäßig Rang und Namen hat.
Vom restlichen Mittelmaß und Wahn wollen wir gnädig schweigen. Da erfreuen wir uns zum Schluss doch lieber noch an einem schön trashigen "Jerry Cotton"-Cover. Denn die Urmutter aller Krimiserien ist nicht totzukriegen: Jeden Monat erscheint ein neuer dünner Taschenbuch-Band.
Was gibt's im Hardcover bei Lübbe? - Einen neuen Camilleri im Juli: "Die Spur des Fuchses. Commissario Montalbano lässt den Blick in die Ferne schweifen" ist der 12. Sizilien-Krimi dieser netten Serie, 2007 im Original erschienen, vier weitere gilt es noch zu übersetzen, die Fans des bald 85-Jährigen können also beruhigt sein.
Der neue Ken Follett sei noch erwähnt: "Sturz der Titanen" ist der Auftakt zu einer großen Historio-Trilogie (ca. 1150 Seiten, im September).
Und als Klappenbroschur für ca. € 14,99 erscheint im November ein weiterer lakonischer finnischer Gangster-Noir von Matti Rönkä: "Entfernte Verwandte". Schön, darauf freu ich mich!
Bei Ehrenwirth (Hardcover) erscheint ein weiterer Krimi des spanischen Altmeisters Francisco González Ledesma, der jetzt endlich von einem unserer deutschen Verlage entdeckt wurde. Ledesma ist fast so alt wie Camilleri, war unter Franco ein extrem fleißiger Trivialschreiber, haderte ansonsten stets mit der Zensur und begann dann 1983 seine Serie um Inspector Méndez, bis dato zehn Bände stark, wovon das im Frühjahr 2010 erschienene "Der Tod wohnt nebenan" ("Una novela de barrio", 2007) der preisgekrönte neunte ist, und das für Januar 2011 angekündigte "Gott wartet an der nächsten Ecke" ("Historia de Dios en una esquina", 1991) der fünfte Band. Ach, Lübbe, habt Ihr nicht den Mut, jetzt mit Band 1 loszulegen?
www.luebbe.de/
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Berlin / Bloomsbury:
Im Herbst/Winter-Taschenbuchprogramm des Berlin Verlages (BvT) entdecke ich genau 1 interessantes Buch für unsere Krimiabteilung: Amy Stewarts "Gemeine Gewächse. Das A bis Z der Pflanzen, die morden, verstümmeln, betäuben und uns anderweitig ärgern" (Ende Februar, ca. € 11,95). Laut Verlag "der Überraschungsbestseller aus den USA" und "ein verschlagenes Lesevergnügen voller wunderbarer Zeichnungen", und die Autorin "pflegt einen Giftgarten in Kalifornien" - sicher also ein Geschenktipp für alle Pflanzenliebhaberinnen.
www.berlinverlage.de/
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Bertz & Fischer:
Neben dem (oft eher akademischen) Schüren Verlag unser wichtigster Filmbuch-Verlag für kritische Fans.
Hier erscheint im August "Mythos DER PATE. Francis Ford Coppolas GODFATHER-Trilogie und der Gangsterfilm", herausgegeben von Norbert Grob, Bernd Kiefer und Ivo Ritzer (Broschur, € 19,90).
Und im Oktober "Sex & Crime. Ein Streifzug durch die "Sittengeschichte" des TATORT" von Dennis Gräf & Hans Krah (siehe auch Gräfs TATORT-Buch bei Schüren!), womit anscheinend eine Reihe "Ermittlungen in Sachen TATORT" eröffnet werden soll.
www.bertz-fischer.de/
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Blanvalet TB und HC, Penhaligon HC (Random House):
Die Highlights im laufenden Taschenbuch-Programm bis Oktober? - Fehlanzeige. Zwischen Star Wars und Fantasy ist so was wie Jeffery Deavers achter Lincoln-Rhyme-Thriller "Der Täuscher" (bisher lieferbar als HC bei Blanvalet) schon die Spitze des Niveau-Hügels. Tschüss!
Im nächsten TB-Programm 2010/2011 finden sich dagegen einige Highlights. Zusammen mit Jeffery Deavers "Nachtschrei" kommt im November Alan Bradleys erster wunderbarer All-Age-Krimi um die junge Flavia De Luce ins Taschenbuch: "Mord im Gurkenbeet", very british!
Es folgen Karin Slaughter im Dezember, Clive Cussler (& Co-Autor) im Januar und noch mal im April 2011, und ein hoch gelobtes dänisches Debüt im Februar: Annika von Holdts "Schlaf Kindlein schlaf". Dann im März Lee Childs "Way out" als TB, ebenso Louise Pennys dritter Krimi "Der grausame Monat", na ja, und noch zwei weitere, womöglich interessantere Sachen: Andrew Grants "Ohne Reue", das vielversprechende Thriller-Debüt von Lee Childs Bruder (wobei das ja unlängst mit dem Bruder von Johnny Depp schon mal in die Hose ging, der da meinte, er könne Krimi), und Jane Caseys irisches Thriller-Debüt "Die Vermissten" - schau'n wir mal ...
Zum Schluss, im April 2011, noch ein mögliches Highlight für alle, die seit Jahren vergeblich darauf warten, dass Norbert Horst irgendwie Schule macht: "Sturms Jagd", Erstling von Kripo-Bulle Michael Quandt (Pseudonym), um die Kölner Kriminalkommissarin Mara Sturm im Kampf gegen die Russenmafia. Und, last but not least, "Teufelstanz", erster Roman von Howard "Mr. Nice" Marks - wenn er denn tatsächlich schreiben kann (bei "Mr. Nice" hatte er vielleicht Hilfe?), ein heftiger Hardboiled-Thriller.
Blanvalet Hardcover: Am 21. August ist Erstverkaufstag für Karin Slaughters "Entsetzen", und im Oktober kommt Lee Childs "Trouble" - wer mich kennt, weiß, wo zu hundert Prozent meine Vorliebe liegt.
Und Hardcover beim Fantasy-Sublabel Penhaligon: Hier erscheint der zweite Fall für Flavia De Luce, "Mord ist kein Kinderspiel" von Alan Bradley - kein Wunder, dass man das Ding in manchen Buchhandlungen bei der Fantasy oder bei den Jugendbüchern findet.
www.randomhouse.de/blanvalet/
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Braumüller Verlag:
Aus der Rubrik "Über uns" auf der Verlagswebsite: "Braumüller ist eines der ältesten privaten Verlagshäuser im deutschsprachigen Raum und widmet sich den Programmbereichen Schulbuch, Wissenschaft, Sachbuch und Literatur. (...) 2009 schlägt das Verlagsteam ein neues Kapitel in der mehr als 225 Jahre langen Verlagsgeschichte auf und stellt zusätzlich zu den traditionellen Schwerpunkten Schulbuch und Wissenschaft das Sachbuch-Imprint Lesethek und den Braumüller Literaturverlag vor."
Aha, bisher also ein reiner Schulbuch- und Wissenschaftsverlag, ansässig in Wien. Deshalb blieb Braumüller bisher außerhalb meines Horizonts als Krimi- und Phantastik-Buchhändler. Was sich nun geändert hat. Der erste Kriminalroman des jungen Literaturprogramms gelangte im Juli 2010 auf die Krimi-Bestenliste: "Das Versprechen des Architekten", ein historischer Kriminalroman des Tschechen Jirí Kratochvil, wurde von der Kritik sehr gelobt und kam nun mit einem Vierteljahr Verspätung auch in unsere Krimibuchhandlung (HC, € 23,90).
Im September gibt's zwei weitere Kriminalromane als Hardcover: Susanne Ayoubs "Mandragora" spielt in Wien am Vorabend des Dritten Reiches; und Inga Pfeiffers Wien-Krimi "Die Hintertür" bietet leichtere Kost, mit einer detektivischen Buchhändlerin als potentieller Serienheldin.
www.braumueller.at/shop/catalog/index.php
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Fortsetzung in Spalte 2, rechts oben!
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Vorschau, 2. Teil
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btb Taschenbuch und zugehörige
Hardcover-Verlage (Random House):
Bei btb Taschenbuch herrscht seit Jahren solides Mittelmaß, vor allem aus deutschen und skandinavischen Landen. - Im laufenden Programm kommt hier im August noch Faye Kellermans "Missgunst" mit Detective Pete Decker und Rina Lazarus; und im September Paul-François Hussons "Tanz in den Tod", kurioserweise ein Oslo-Krimi aus dem Französischen.

Im Herbst/Winter 2010/2011 bei btb Taschenbuch: Der November bringt Varg Gyllanders Schwedenkrimi-Debüt "Der lächelnde Mörder", Serienauftakt um den "genialen, aber introvertierten Kriminaltechniker Ulf Holtz"; der Autor, Jahrgang 1946, ist Pressesprecher der schwedischen Kripo.
Dann blättern wir weiter in der Verlagsvorschau ... Helene Tursten ... John Hart ... Gin Phillips ... Thomas Kanger ... Leif GW Persson ... na ja ... bis wir im März schließlich noch zwei erfreuliche TB-Ausgaben von deutschen Autoren entdecken: Ulrich Ritzels "Beifang" (1. Platz beim Deutschen Krimipreis 2010) erreicht anscheinend wieder das Niveau seiner ersten drei Berndorf-Romane; und Stephan Brüggenthies' erster Kriminalroman "Der geheimnislose Junge" wurde ebenfalls hoch gelobt von der Kritik.
Bei btb Hardcover kommt, nein, kam jetzt Anfang Juli Andrew Browns Südafrika-Thriller "Würde" ("Refuge"), leider ein paar Wochen zu spät für unser Südafrika-WM-Schaufenster. Aber da können Buch und Autor ja nix dafür. Und im August kommt Hakan Nessers neuester Roman "Die Perspektive des Gärtners", und dem schwurbeligen Titel merkt man schon an, dass es wieder mal kein straighter Schweden-Polizeikrimi ist, sondern wieder mal was Höherliterarisches.
Bei Luchterhand Taschenbuch kommt im Oktober Assaf Gavrons Thrillerkomödie "Alles paletti", angeblich "so witzig und absurd wie die besten Filme der Coen-Brüder". Ansonsten im Herbst/Winter nix für uns.
Aber ein absolutes Highlight bei Luchterhand Hardcover: Der zweite Roman, genauer gesagt eigentlich der ältere Erstlingsroman von Gerard Donovan, anscheinend von ähnlichem Kaliber wie sein "Winter in Maine" ("Julius Winsome"), das ja eines meiner Lieblingsbücher 2009 war und auch sonst sehr gut ankam. Entsprechend bringt Luchterhand "Ein bitterkalter Nachmittag" ("Schopenhauer's Telescope") nun in gleicher Aufmachung im Oktober als Spitzentitel. Auf dieses Buch freue ich mich jetzt schon!
www.randomhouse.de/btb/
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Conte Verlag:
Von besonderem Interesse ist hier die Ausgabe der deutschen Übersetzungen von Jean Amila (der übrigens am 24. November 100 Jahre alt geworden wäre). Für Oktober angekündigt: "Auf Godot wartet keiner" (Broschur, 10 Euro). Und gleichzeitig kommt ein Schuber mit allen bisherigen Bänden für wohlfeile 50 Euro. - Heißt das etwa, dass nach diesem sechsten Band jetzt Schluss ist mit Jean Amila bei Conte?!?
Außerdem im September noch zwei weitere interessante Neuheiten.
Erstens Andreas Durys "Oh Tapirtier" (Klappenbroschur, € 17,90), der Inhaltsangabe nach ein Terroristen-Politkrimi, der Verlag nennt's aber lieber "spannender Gegenwartsroman um politischen Widerstand, falsche Freundschaft, echte Liebe und die Sünden der Jugend - und wie schnell uns das alles einholen kann". Also vielleicht doch kein richtiger Krimi?
Und, dem launigen Titel zum Trotz wohl doch eher hardboiled und exakt recherchiert als schräg und lustig: "Joint Adventure" von Peter J. Kraus (Broschur, € 12,90). Es geht tatsächlich um Joints: "In seinem rasanten und harten Thriller nimmt Peter J. Kraus die realen Umstände im Drogenanbau Nordkaliforniens unter die Lupe. Jenseits jeglicher Kifferromantik gilt hier nur das Recht des Stärkeren", notiert der Verlag. Der Autor war 2003 mal für den GLAUSER nominiert und lebt inzwischen in USA.
www.conte-verlag.de/
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dtv:
Immer wieder zum Lachen, wie dtv trennt und unterscheidet: Eine Vorschau gilt der "Unterhaltung", eine andere der "Literatur". Letztere war für Frühjahr/Sommer 2010 leider unergiebig, was unsere Genres betrifft - kurios allenfalls, dass man ausgerechnet hier bei den Klassiker-Neuausgaben einen Karl May findet; außerdem einen T. C. Boyle; und wieder mal Raabes "Stopfkuchen".
Der "Unterhaltung" zugerechnet werden dagegen Bruno Morchio ("Kalter Wind in Genua", Unionsverlag 2007) mit seinem Genua-Krimi "Bitteres Rot" (im Mai); Guillermo Orsis argentinischer Polit- und Wirtschaftskrimi "Im Morgengrauen" (Juli); und - sehnlichst erwartete Neuausgaben - John Harveys vierter und fünfter Polizeikrimi mit Charlie Resnick, "Kinderfänger" (April) und "Nebel über dem Fluss" (Oktober). Ansonsten gibt's noch einige TB-Ausgaben von HC- oder PB-Krimis des Zsolnay Verlages, u.a.m.
Und was bringt das Herbst/Winter-Programm 2010/2011? - Alles Mögliche, aber konzentrieren wir uns auf die einigermaßen ernst zu nehmenden Krimis.
Im November wird uns Harry Dolan mit "Böse Dinge geschehen" unterhalten, hoffentlich mit so viel Drive und Witz, wie das ganze Kollegenlob behauptet.
An den Krimis von Rita Falk, Fay Weldon, Anja Jonuleit, Renata Petry, Christa Bernuth, Ilkka Remes, Kjell Eriksson, Jutta Profijt und Charlotte Sandmann eile ich vorbei - ohne all diese gewiss ehrenwerten Damen und Herren damit in einen Topf werfen zu wollen.
Jedenfalls ist der Jenner 2011 dann wieder ein starker Monat bei dtv. Jonas Winners Erstlingsroman "Davids letzter Film" handelt von der Suche nach einem umstrittenen und skrupellosen Filmemacher, der verschwunden ist.
Ebenfalls im Januar kommt "Das Gesetz des Stärkeren", ein mexikanischer Detektivkrimi von Joaquin Guerrero Casasola, der für dieses Debüt 2007 ausgezeichnet wurde. Und naturgemäß (siehe Rolo Diez' Krimis beim Distel Verlag) geht es in einer Detektivgeschichte in Mexiko City immer auch um Drogenbanden und um Polizeikorruption, und hier auch noch um die organisierte Entführungskriminalität.
Und wieder lassen wir ein paar Krimis links liegen, von Adler Olsen, von Leif Davidsen, von Peter Probst, auch die TB-Ausgabe von Richard Starks "Keiner rennt für immer" (PB bei Zsolnay) hält uns nicht weiter auf, ebensowenig Salvo Sottiles Mafiabraut-Bestseller "Schwärzer als die Nacht", wir lassen auch Mika Frankenberg und Jorun Thorring und Qiu Xiaolong (TB-Ausgabe von "Blut und rote Seide") links liegen, ebenfalls Oystein Winks Opernkrimi "Tödlicher Applaus" und Andreas Laudan mit "Das weiße Mädchen".
Aber einen haben wir noch. Im April erscheint John Harveys "Das Fleisch ist schwach", der sechste (?) Polizeikrimi mit Jazzfan Charlie Resnick. Ein moderner Klassiker, diese Serie - hoffentlich macht dtv sie komplett!
Ach, in der anderen Verlagsvorschau, "Literatur", gibt's ja auch noch was.
Nämlich im Februar 2011 die TB-Ausgabe von Christian Pernaths nettem Provinzkrimi "Ein Morgen wie jeder andere" (bisher lieferbar als Klappenbroschur bei dtv premium).
Und eine TB-Neuausgabe von William Trevors Meisterwerk "Felicias Reise" ("Felicia's Journey", 1994; deutsche Erstausgabe 1995 bei Rotbuch; HC-Neuausgabe mit überarbeiteter Übersetzung und Nachwort 2009 bei Hoffmann & Campe).
www.dtv.de/
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Diogenes Verlag:
Im laufenden Taschenbuch-Programm kommen hier noch Vater & Sohn Francis' "Abgebrüht" im Juli, und Jakob Arjounis "Der heilige Eddy" im September.
Im anschließenden Herbst/Winter-Programm pflegt man die Klassiker, und auch sonst setzt man auf Solides und Bewährtes. Ein neuer Roman von Ingrid Noll (die 75 wird, am 29. September) und ein neuer Basel-Krimi von Hansjörg Schneider (auch schon fast so alt) sind die beiden Hardcover-Highlights für uns Krimifans (beide im September).
Klassiker-Pflege zum Ersten: Nach dem doch sehr überraschenden und sehr erfreulichen Erfolg der Maigret-Gesamtausgabe in 75 schmucken Pappbändchen schiebt man jetzt 50 Non-Maigrets in gleicher Aufmachung hinterher, ebenso in chronologischer Reihenfolge und in revidierten Übersetzungen. "Ausgewählte Romane" heißt die Reihe, durchnummeriert von 1 ("Die Verlobung des Monsieur Hire") bis 50 ("Die Katze"). Monatlich erscheinen ab Oktober zwei Bände für je 9 Euro - also, alle Sammler aufgepasst, zwei Jahre lang 18 Euro monatlich kostet Euch diese Anschaffung fürs Leben!
Klassiker-Pflege zum Zweiten: Auch dem anderen Begründer der modernen Kriminalliteratur, Dashiell Hammett, gönnt man eine Neuausgabe, in ähnlicher Aufmachung als schmucke Pappbändchen. Alle fünf Romane kommen zu Hammetts 50. Todestag am 10. Januar 2011 neu heraus, eine Überarbeitung der Textfassungen spart man sich allerdings leider - zumindest steht nichts davon in der Verlagsvorschau. Dennoch wird mancher so wie ich schon überlegen, die 5 x 10 Euro hinzulegen und endlich die alten, völlig zerlesenen schwarzgelben Taschenbuchausgaben zu ersetzen durch neue schönere Bücher, die man dann auch wieder, ohne sich zu genieren, mal an Freunde ausleihen kann.
Ansonsten nix Aufregendes. Na ja, Leon de Winters "Das Recht auf Rückkehr" kommt im Oktober ins Taschenbuch. Und im Februar 2011 noch Christian Schünemanns vierter Frisör-Krimi "Daily Soap". C'est ça.
P.S.: Wer lieber hört, holt sich im Oktober das Diogenes-Hörbuch "Qualtinger liest Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam" (1 CD, ca. 53 Minuten, ca. € 17,90) - auch was Schönes!
www.diogenes.ch/
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Distel LiteraturVerlag:
Nach zahlreichen schönen Krimis aus der "Série Noire" probiert's Distel nun mit einer Nachfolgerin der großen französischen Krimireihe. In Frankreich veröffentlicht "Suite Noire" (Editions La Branche) seit 2006, herausgegeben von Jean-Bernard Pouy, kurze knackige Noir-Romane mit Titeln, die bewusst auf "Série Noire"-Klassiker anspielen. Auf deutsch kamen Ende Juni 2010 hiervon jetzt die ersten vier, alle schön aufgemacht mit Flexicover wie die vorigen Distel-Krimis, für je 10 Euro - siehe mein Tipp des Monats für Juli 2010.
Weitere vier Kurzromane der Suite Noire sind bei Distel angekündigt, ohne genauen Termin, aber doch hoffentlich noch für dieses Jahr: "Die Stadt beißt" von Marc Villard, "Nur DJs gibt man den Gnadenschuss" von Didier Daeninckx, "Die Königin der Pfeifen" von Laurent Martin und "Das Tamtam der Angst" von Romain Slocombe.
Diese acht Kurzromane sind alle fürs französische Fernsehen verfilmt worden, die DVD-Box kommt im Herbst 2010 auf den deutschen Markt, und wahrscheinlich kann man die Verfilmungen auch irgendwann demnächst bei Arte sehen.
Bravo, Distel, viel Erfolg damit & weiter so!
www.distelliteraturverlag.de/show/Neuerscheinungen
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Dittrich:
Ein kleiner feiner literarischer Verlag, der nur selten etwas für uns hat. Diesmal sind es ein bis zwei kriminalliterarische Neuheiten und eine für unsere SF-Abteilung.
Ein bis zwei deshalb, weil ich bei Vladislav Todorovs "Die Motte", Untertitel: "Roman noir" (HC, ca. 150 Seiten, ca. € 12,80, Anfang September), sehr sicher bin, dass es eben ein richtiger, wenn auch ironisch-literarischer, meinetwegen auch postmoderner oder so, "Roman noir" ist - der wohl im kommunistischen Bulgarien der ersten beiden Nachkriegsjahrzehnte spielt.
Der andere Kandidat, Palmi Ranchevs "Der Weg nach Sacramento", ist eher Non-Genre, vielleicht im weiteren Sinne Kriminalliteratur (Broschur, ca. 220 Seiten, ca. € 14,80, ebenfalls Anfang September). Er thematisiert das Bulgarien kurz nach der Wende zum Kapitalismus.
www.dittrich-verlag.de/
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DuMont:
Ein Hardcover und ein Taschenbuch, im Herbst 2010. - Vorbei die Zeiten, als DuMont (traditionell mit "DuMonts Kriminal-Bibliothek" für die klassischen und klassizistischen Krimis, obendrein ein Jahr lang mit der gleich wieder abgewürgten exzellenten Reihe "DuMont Noir" für modernere, härtere Sachen) ein maßgeblicher Kriminalliteratur-Verlag war.
Gewissermaßen ein Überbleibsel aus dieser besseren alten Zeit ist Steve Hamiltons "Blind River" ("Ice Run", 2004), sein sechster Krimi um Ex-Cop und Privatdetektiv wider Willen Alex Knight im kalten Norden der USA, an der kanadischen Grenze. Eine der besten Serien in der Chandler-Tradition! Die ersten fünf Bände (Erstling: "Ein Kalter Tag im Paradies") waren alle, obwohl sie viel eher in die Reihe "DuMont Noir" gepasst hätten, in der altmodischen "Kriminal-Bibliothek" erschienen. Dann war Schluss mit den Taschenbuch-Reihen bei DuMont, "Blind River" erschien im Frühjahr 2007 als Hardcover, viele Fans warten seither aufs TB - und nun kommt's, endlich, Anfang Oktober. Als Nachzügler, nachdem der Rest der Serie längst vergriffen und verramscht ist. - Mein Tipp: Die ersten Bände antiquarisch besorgen, den neuen bei uns kaufen! (Siehe auch meine Buchbesprechungen im ARCHIV.)
Und im Hardcover bringt DuMont den Krimi "Kreuzstein" des Geologen Ulrich C. Schreiber, der 2006 mit seinem Vulkanismus-Katastrophenthriller "Die Flucht der Ameisen" (Erstausgabe bei Shayol, TB bei Piper, HC-Sonderausgabe als "ZEIT-Wissenschaftskrimi") von sich reden machte, aber eher beim SF-Publikum. - "Ein packender Krimi, der in die Tiefen irdischen Gesteins und den Abgrund der menschlichen Seele führt", dichtet die Verlagswerbung zu "Kreuzstein". Schreiber packt also wieder seine Geowissenschaft mit rein, auf dass wir auch beim Krimi-Lesen etwas lernen ...
www.dumont-buchverlag.de/sixcms/detail.php
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Edition 8:
Ein junger Kleinverlag mit einem einzigen, ebenfalls noch recht jungen Krimiautor. 2006 erschien Severin Schwendeners erster Kriminalroman "Falsche Freunde", 2009 dann sein Jugendkrimi "Stilles Gift", und nun kommt im September 2010 "Schein & Heilig" (HC, Fadenheftung, Lesebändchen, ca. € 20,80).
www.edition8.ch/Programme/aktuell.htm
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Fortsetzung in Spalte 3, rechts oben!
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Vorschau, 3. Teil
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Edition Köln:
Hier warten wir noch auf einige Frühjahrsneuheiten, die bisher nicht erschienen sind - oder zumindest nicht in unserer Buchhandlung ankamen: Heinz-Joachim Simons Politthriller "Einer kam heim aus Afghanistan" (Broschur, € 12,90), Arturo Alapes Kolumbien-Krimi "Porträt des Killers als junger Mann" (TB), Amir Valles Havanna-Krimi-Doppelband "Abstieg in die Hölle" (verschoben auf August, sagt die Verlagswebsite), und nicht zuletzt auf Adolf Streckfuß' "Der tolle Hans" (1872), für Februar 2010 angekündigt als Band 4 der Reihe "Criminalbibliothek 1850-1933".
 
Darüber hinaus werden auf der Verlagswebsite in der Rubrik "Neuerscheinungen" vollmundig noch folgende Titel für August angekündigt, alle als Broschur-Ausgaben für etwa 11 bis 14 Euro, alle in ganz neuem Cover-Design: "Kleine Fuge in G-Moll", Untertitel: "Ein Fall für Questore Bustamante", Unteruntertitel: "Roman mit Vatikan", von Roman Carus; "Sie werden kommen. Kriminalerzählungen aus Argentinien" von Vicente Battista (Argentinien ist Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse!); und Bartolomé Leals Detektivkrimi "Tod in La Paz". Außerdem zwei Broschur-Ausgaben von Hardcover-Titeln dieses Verlags: "Das Rot im Federkleid des Papageien" von Daniel Chavarria, und Peter Faeckes zweiter Kleefisch-Krimi "Die Tango-Sängerin". - Tja, wir harren gebannt der Dinge, die da hoffentlich kommen ...
www.peterfaecke.de/.
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Edition Nautilus:
Die Krimi-Neuheit für diesen Sommer wurde bereits Ende Juni ausgeliefert: "Blutsonntag" von Robert Brack (Broschur, € 13,90) - Verlagsinfo hier.
www.edition-nautilus.de/index.html
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Edition Phantasia:
Anfang Juni ausgeliefert: Ron Goularts "Groucho Marx, Meisterdetektiv" (Klappenbroschur, € 16,90) - schön!
www.edition-phantasia.de/goulart/grouchomarx.html
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Edition Tiamat:
Hier erscheint im August 2010 Kinky Friedmans "Zehn kleine New Yorker". Da werden die deutschen Kinkster-Fans sich freuen, das Original erschien immerhin schon vor vier Jahren.
www.edition-tiamat.de/home.htm
Kinky Friedman bei Wikipedia:
en.wikipedia.org/wiki/Kinky_Friedman
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Eichborn:
Der Verlag mit der Fliege rüstet Krimi-mäßig auf. Wahrscheinlich schielt man neidisch auf Zsolnays verblüffenden Erfolg bei Kritik und Publikum mit Richard Starks Parker-Krimis (oder hat sich der Hype inzwischen beruhigt?). Einen anderen Grund kann ich mir nämlich nicht denken, den in mancher Hinsicht ganz ähnlichen und ähnlich verkannten US-Altmeister Elmore Leonard nun bei uns groß rausbringen zu wollen: "Road Dogs" ("Road Dogs", 2009) kommt im Januar 2011 als Hardcover mit Schutzumschlag und beschert uns das Comeback des charmanten Bankräubers Jack Foley. Und wieso überhaupt Leonard lesen, das verklickert uns Thomas Wörtche in der edlen Werbebroschüre "Eichborn Krimi Magazin", die wohl irgendwann diesen Herbst in allen guten Buchläden ausliegen wird.
Ob die andern beiden Eichborn-Krimis der Saison, "Çelik & Pelzer" von Ulrich Noller & Gök Senin, ein RAF- bzw. Ex-RAF-Krimi (Oktober 2010), und "Die tote Schwester", zweiter Roman von Stephan "Der geheimnislose Junge" Brüggenthies (Februar 2011), auf demselben Niveau agieren, werden wir sehen. - Give Eichborn a chance!
www.eichborn.de/
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Ellert & Richter:
Schwerpunktmäßig eher ein Reisebuch- und Bildbände-Verlag, jedoch hat hier immerhin Lieblingsautor Gunter Gerlach eine Heimstatt gefunden. Im August kommt, wieder als schlicht und schön aufgemachtes Taschenbuch für € 9,90, sein neuester Brahms-Krimi: "Bei Einbruch Mord".
www.ellert-richter.de/krimi.php
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Emons:
Der wohl wichtigste Regionalkrimi-Verlag (Grafit orientiert sich, mit gutem Gespür, seit Jahren eher international; Gmeiner hat aufgeholt, aber noch nicht gleichgezogen, auch qualitativ) schüttet diesen Herbst wieder ein wahres Füllhorn über uns aus. Jede Menge Küsten- und Franken- und Bayern- und sonstige Krimis, natürlich auch Köln-Krimis, und gottseidank auch zwei (hier in Freiburg umsatzträchtige) Südbaden-Krimis.
Ralf Dorweiler schickt in "Sauschwobe!" zum fünften Mal seinen Testdieb und Gelegenheitsdetektiv Schlaicher nebst Basset-Hund Dr. Watson im und ums Wiesental auf Tätersuche. Prima!
Und Michael Moritz ("Tod in der Rheinaue") legt nach: Sein zweiter Krimi "Roter Regen" spielt wieder am Kaiserstuhl und erscheint wie Dorweilers Krimi im September 2010. Prima für unser Weihnachtsgeschäft!
Den Rest des umfangreichen Programms, inclusive sonstige Baden- und Schwaben-Krimis, gucke man sich bitte auf der Verlagswebsite an:
www.emons-verlag.de/
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Festa:
Deutschlands Horror-Verlag Nummer Eins, Frank Festa, hat nach einigen mageren und unsicheren Jahren nun wieder viele schöne (Horror-) Sachen geplant und angekündigt - siehe unsere Phantastik-Vorschau, siehe Festas Website. Und ganz hinten, ganz unten auf der Liste der kommenden Titel, steht als letzter im 2. Quartal 2011 James M. Cains "Wenn der Postmann zweimal klingelt", den Festa - warum auch immer - neu herausbringen will, in neuer Übersetzung. Mmmh. Ich fürchte, lieber Frank, diesen Meilenstein des Noir-Krimis gibt's in diversen Heyne- und Goldmann-TB-Ausgaben dutzendfach gebraucht im Netz für'n Euro oder so. Würd' ich die Finger von lassen, ehrlich! Aber man weiß ja nie ...
www.festa-verlag.de/Dark-Fiction/Wenn-
der-Postmann-zweimal-klingelt::370.html
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Fischer, mit Scherz Verlag:
Im laufenden Taschenbuch-Programm erscheint im September Adam Creeds hoch gelobter und wohl recht harter Londoner Polizeikrimi "Niemand kennt den Tod" ("Suffer the Children", 2009; tatsächlich geht's um grausame Selbstjustiz an Kinderschändern). Und, das Highlight, ein neuer Politthriller von Jenny Siler: "Verschärftes Verhör" schließt thematisch offenbar an "Portugiesische Eröffnung" an. By the way, Fischer: Könntet Ihr mal die beiden ersten Krimis von Jenny Siler neu auflegen? Bitte?!
Im Taschenbuch-Programm Herbst/Winter 2010/2011 erscheint Neues von ... äh ... Peter James ... Mark T. Sullivan ... Tana French ... Yrsa Sigurdadottir ... äh, na ja, im November Oliver Bottinis vierter Krimi "Jäger in der Nacht" als TB, das muss schon als Highlight herhalten, und im Februar dann noch Robert Littells "Das Stalin Epigramm" als TB, okay, sinnvoll, und zuletzt bauscht man Linda Castillos hoch gelobtes Thriller-Debüt zum Spitzentitel auf: "Die Zahlen der Toten" bietet thematisch den üblichen Serienkiller-Schmonzes, wurde aber von der US-Presse mit den Filmen "Der einzige Zeuge" und "Fargo" verglichen, was denn doch neugierig macht - schau'n wir mal ...
Und Hardcover? - Bei S. Fischer nix für uns. Dafür aber bei Scherz im August wieder ein neuer Peter James, na ja; Anfang September ein neuer Roslund & Hellström, na ja; Ende September Ralf Husmanns "Vorsicht vor Leuten", mmmh, hoffentlich gescheiter als sein "Nicht mein Tag"; und, okay, bringt der Freiburger Krimibuchhandlung Umsatz, im Oktober Oliver Bottinis fünfter Fall für Louise Boní, "Das verborgene Netz". Kurz vor Weihnachten dann noch Tana Frenchs dritter Streich, na ja. Und im Sachbuch-Programm erscheint Mitte August Laura Thompsons Biographie "Agatha Christie - Das faszinierende Leben der großen Kriminalschriftstellerin", schön und gut, warum nicht.
www.fischerverlage.de/
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Frankfurter Verlagsanstalt:
Darauf freuen wir uns, besonders Chef Matse, der schon von Pablo Tussets phantastisch angehauchtem, literarischem Krimi "Im Namen des Schweins" so begeistert war: Im September erscheint bei FVA Tussets "Sakamura, Corrales und die lachenden Leichen" (HC), offenbar ein ähnliches Kaliber, vielleicht sogar noch etwas leichter und lustiger.
Außerdem im Herbstprogramm: Jörg Reckmanns Frankfurt-Krimi "Bärlinger: Splitt" (HC), wohl der Auftakt zu einer Serie um Anwalt Bärlinger und seinen Kripo-Freund Schurmann. Auch da werden wir mal wohlwollend reinschauen.
www.frankfurter-verlagsanstalt.de/
frames/fva_b_frs_buecher.html
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Gmeiner:
Viel Historisches und Romantisches (explizit sogar in der neuen Reihe "Frauenromane"), nöö, das ist alles nix für unsere Buchhandlung. Auch beim Betrachten der Übersichtskarte zu den Tatorten aller 30 Krimi-Neuheiten kommt keine Begeisterung auf: Unser badischer Südwesten ist bei Gmeiner im Herbst 2010 eine terra incognita. Die vom Handlungsort her nächstgelegenen Gmeiner-Krimis der Saison spielen in Zürich und der Westschweiz bzw. in Stuttgart und Ludwigsburg.
Tja. Dann halt nicht. Oliver Beckers historischen Schwarzwald-Roman "Das Geheimnis der Krähentochter" werden wir wohl im Sortiment haben (ab Juli). Und dann wohl noch den einen oder anderen neuen Krimi von eingeführten Autoren wie Pierre Emme (Wien) oder Markus Imbsweiler (Heidelberg). Und auch den neuen Krimi der von mir sehr geschätzten Schweizerin Verena Wyss, "Blutrunen". Und Michael Krugs Erstling "Bahnhofsmission" um das Stuttgarter Großprojekt hört sich auch ganz interessant an. Aber der ganze Rest ... - tschüss. Da drücken wir unseren Kunden lieber noch mal was Älteres von Uta-Maria Heim aufs Auge, oder von Jochen Senf.
www.gmeiner-verlag.de/
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Goldmann Taschenbuch und zugehörige
Hardcover-Verlage (Random House):
Beim Blättern in der Taschenbuch-Vorschau Mai bis Oktober 2010 ... mmmh. Deborah Crombie; Ian Rankin; Giancarlo Carofiglio; Robert Wilson; Patricia Cornwell; Minette Walters; Martha Grimes; Ruth Rendell; John Sandford; Giorgio Faletti; Colin Cotterill; Mo Hayder; ... - ja, das sind schon alles bekannte Nasen, äh, Namen. Aber irgendwie reißt mich das alles nicht vom Hocker. Wenigstens kommt im September die TB-Ausgabe von Tom Rob Smiths "Kolyma" (zweiter Thriller um Geheimdienst-Offizier Leo Demidow im stalinistischen Russland; HC bei DuMont).
Außerdem noch ein vielversprechender Neuling, Roger Jon Ellory mit "Vergib uns unsere Sünden" (im August). Auch in Marcel Feiges "Bis ins Mark" werden wir wohlwollend reinschauen (ebenfalls im August). Und ich habe auch nix gegen eine TB-Ausgabe von Robert Bracks "Und das Meer gab seine Toten wieder" (Oktober; PB-Erstausgabe bei Edition Nautilus). Vor allem aber zwei Highlights versöhnen mich mit diesem Programm. Im Juli Peter Temples vierter Jack-Irish-Krimi "Totengedenken". Und im Oktober Harlan Cobens neuester Pageturner "Von meinem Blut" - schlaflose Lesenächte garantiert!
Im TB-Programm Herbst/Winter 2010/2011, ab November, blättern wir auch durch die Seiten, vorbei an Elizabeth George und Janet Evanovich, an Michael Robotham und Mark Billingham, an Ian Rankin und David Moody, wir überblättern Sharon Bolton und Tim Downs ("für alle Leser von Patricia Cornwell, Kathy Reichs und Simon Beckett" - also nix für mich!), verweilen schließlich bei der TB-Ausgabe von Natsuo Kirinos hartem japanischen Thriller "Teufelskind" (im November) - ja, das wollt ich eigentlich mal lesen ...
Dann blättern wir weiter durch die Verlagsvorschau: Patricia Cornwell ... noch mal Patricia Cornwell, die Neuausgaben der älteren Scarpetta-Romane ... und endlich im Januar 2011 wieder ein Lichtblick: die TB-Ausgabe von Gianrico Carofiglios "Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land". Dann wieder Zweit- und Drittklassiges ... na ja, ein neuer John Sandford ... und so weiter und so fort ... bis im März die TB-Ausgabe von Jan Costin Wagners hoch gelobtem Finnland-Krimi "Im Winter der Löwen" kommt. Kann man wohl lesen.
Ansonsten im März und April 2011 zweifelhaftes Zeug. Auch bei Tom Woods Thriller-Debüt "Codename Tessaract" um einen Profikiller auf der Abschussliste ("Jason Bourne trifft Forsyths "Schakal"", werbetextet Goldmann) bin ich skeptisch. Aber zu guter Letzt kommt noch die TB-Ausgabe von "Ich vertraue dir" von Massimo Carlotto & Francesco Abate - okay, das kann man sich auch schon mal vormerken.
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Und bei Goldmann Hardcover?
Ein einziger bemerkenswerter Titel, im August 2010: Stuart MacBrides "Blut und Knochen" ("Blind Eye"). Logan McRae und sein Team gegen die Unterwelt von Aberdeen, wo unter polnischen Einwanderern die Angst umgeht.
www.randomhouse.de/goldmann/
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Golkonda Verlag:
Golkonda ist ein neuer Berliner Verlag, benannt nach dem ersten SF-Roman der Brüder Strugatzki, "Atomvulkan Golkonda" (und was das eventuell mit der indischen Ruinenstadt Golkonda zu tun hat, darf mir mein alter Freund, der Verlagsgründer Hannes Riffel, beim nächsten Berlin-Besuch mal erklären).
Jedenfalls ist die exquisite Krimireihe "funny crimes" vom Shayol Verlag zu Golkonda herüber gewandert. Hier werden also die weiteren Bände erscheinen - regelmäßig, so hoffe ich, und zahlreich, wünsche ich mir.
Im Herbst 2010 (im September?) bringt Golkonda schon den ersten Hammer-Titel: den nächsten Kriminalroman von Joe R. Lansdale, "Kahlschlag" ("Sunset and Sawdust", 2004). Dieses Buch allein wird mich mit so manchen Unbilden des bevorstehenden Bücherherbstes versöhnen! Und für Frühjahr 2011 wird uns schon der nächste versprochen: die deutsche Übersetzung von "Leather Maiden"! Yeah!!!
Übrigens ebenfalls im Herbst-Programm bei Golkonda: eine Neuausgabe von Tobias Meißners zweitem Roman "Halbengel" (Erstausgabe 1999 bei Rotbuch) - ein Rockmusik-Roman, nix Krimi, trotzdem spannend, furios, mitreißend, genial.
golkonda-verlag.de/cms/front_content.php
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Fortsetzung in Spalte 4!
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Vorschau, 4. Teil
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Grafit Verlag:
Aller guten Dinge sind drei: Eine vielversprechende Taschenbuch-Originalausgabe, und zwei gute Krimis, die bisher nur gebunden bei Grafit lieferbar waren und nun endlich als Taschenbuch rauskommen.
Ende Juli kommt Matti Rönkäs "Bruderland", zweiter astreiner Noir-Krimi um den finnischen Gangster Viktor Kärppä im heiklen Grenzgebiet zu Russland. Große Klasse! (Schade nur, dass Grafit hier die Pionierleistung vollbrachte und der Autor nun, nach Deutschem Krimipreis und Bestenliste-Platzierungen, mit seinen Folgeromanen zum großen Verlagshaus Lübbe abwanderte.)
Ende August kommt Harri Nykänens "Ariel - Mord vor Jom Kippur", von manchen gelobt, von andern getadelt, jedenfalls ein Helsinki-Krimi mit jüdischem Kommissar, und statt um finnische Gangster (Nykänens Erfolgsserie um den Berufsverbrecher Raid!) geht's hier tatsächlich um israelisch-arabische Querelen in Finnlands Hauptstadt. (Siehe Joachim Schneiders BZ-Kritik einerseits, Thomas Wörtches Kritik andererseits!)
Und drittens Ende September Sebastian Stammsens "Gegen jede Regel". Das Wörtchen "Debüt" in der Verlagswerbung stimmt leider nicht - siehe amazon.de, wo Stammsens Roman "Operation Westwind" (Shaker Media, 2009) begeisterte Kritiken bekam. Aber jetzt dieser Polizeikrimi um einen ermordeten Jugendlichen, der sich mit dubiosen Aktivitäten im Internet verhasst gemacht hat, könnte Stammsens Durchbruch bedeuten.
Und sonst? - Na ja, siehe Verlagswebsite: www.grafit.de/home.do
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Haymon:
Zwei Taschenbücher bringt Haymon im August 2010: Bernhard Aichners Erstling "Die Schöne und der Tod", und den Historio-Mystery-Thriller "Morbus Dei" von Bastian Zach & Matthias Bauer.
Die Highlights sind aber sicher die Hardcover: im August Georg Haderers zweiter Polizeimajor-Schäfer-Krimi "Ohnmachtspiele", und - hurra! - im September Kurt Bracharz' neuester Krimi (und ich befürchtete, er würde keine mehr schreiben!) "Der zweitbeste Koch" - allein dies ein Grund, mich schon jetzt auf den Bücherherbst zu freuen!
www.haymonverlag.at/index.php3
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Heel:
Beim Auto-und-Motorrad-und-Traktor-und-so-weiter-Verlag Heel, Sublabel Highlights, erscheint Karin Schickingers zweiter Motorradkrimi "Die Leiche im Lavendelfeld". Diesmal führt die kriminalistische Motorradtour durch Südfrankreich.
www.heel-verlag.de/Die+Leiche
+im+Lavendelfeld,i1.htm
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Heyne Taschenbuch und zugehörige
Hardcover-Verlage (Random House):
Im laufenden Sommer-Halbjahr 2010 bringt Heyne Taschenbuch im Juli "In der Stille der Nacht" von Denise Mina - eine gute Autorin, die allerdings zuvor bei Knaur auf keinen grünen Zweig kam. Ebenfalls im Juli: Allan Guthries zweiter schottischer Gangsterkrimi "Abschied ohne Küsse" (HC bei Rotbuch). Im September kommt Michael Connellys "Echo Park" ins Taschenbuch. Und im Oktober dann endlich doch noch ein echtes Highlight: "Dunkle Vergeltung" ("Cripple Creek") von James Sallis, nach "Dunkle Schuld" der zweite Band der Trilogie um Ex-Cop Turner - feinster Southern Country Noir!
Last but not least, Heyne Hardcore, die Taschenbuch-Reihe für ... ja, für was eigentlich? Horror und Ähnliches? Irgendwie besonders Gewagtes? - Howard Marks' Drogendealer-Autobiographie "Mr. Nice" (im April) steht hier neben Christopher Cooks hartem Texas-Thriller "Robbers" (im Mai), Roger Smiths Krimipreis-gekrönter Südafrika-Thriller "Kap der Finsternis" (im August; HC bei Tropen) neben einer erfreulichen Neuausgabe von Joe R. Lansdales heftigem "Akt der Liebe", einem der allerersten Serienkillerromane überhaupt (bisherige Ausgaben bei Maas / Pulp Master). - Doch, die Reihe hat was!
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Aber kommen wir zum Herbstprogramm. Hardcover zuerst, da sind wir schnell fertig. Zumal das Wesentliche, wie bei vielen Großverlagen, im Taschenbuch stattfindet. Denn es braucht schon viel Gutmütigkeit, um Kathy Reichs' dreizehnten Tempe-Brennan-Krimi "Blut vergisst man nicht" (HC Blessing, August 2010) als Highlight des Herbstes durchgehen zu lassen. Mehr ist aber nicht. Akif Pirincçis "Felipolis" (HC Diana, August) ist eher Hardboiled-Polit-Fabel als Katzenkrimi, also Phantastik. Ebenso gehört "Das Blut" von Guillermo Del Toro & Chuck Hogan (HC Heyne, September) ins Horror- und nicht ins Krimi-Regal. Und sonst bei Heyne Hardcover? Was man von Wulf Dorns "Kalte Stille" halten soll, erschließt sich beim Studium der amazon-Leserkritiken seines bisherigen Werkes nicht. Und Mary Higgins Clark? Und Meg Gardiner? Und Grishams Story-Band "Das Gesetz"? Muss das sein? - Am ehesten erfreut da noch Gisbert Haefs' neuester Antike-Politthriller "Die Mörder von Karthago" (im September), das hat wenigstens Witz.
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Auch bei Heyne Taschenbuch sind die echten Krimi-Highlights im Herbst/Winter-Halbjahr 2010/2011 rar gesät. - Im November John Grisham, Max Bronski, Duane Louis, dann ein Story-Band mit tödlichen Jagd-Geschichten von Leuten wie Jacques Berndorf oder Anne Chaplet, und einmal immerhin solides US-Mittelmaß mit C. J. Box' "Wilde Flucht" aus seiner Serie um den braven Nationalpark-Wildhüter Joe Pickett. "Die Saat" von Del Toro & Hogan gehört in die Phantastik, genauer: Horror, genau so wie "Drood" von Dan Simmons, der hier um die letzten Tage von Charles Dickens (als dieser eben in Fortsetzungen am unvollendeten "The Mystery of Edwin Drood" schrieb) ein düsteres Geheimnis spinnt.
Im Dezember gibt's Tom Bradbys "Die Toten von St. Petersburg", ein Historiokrimi im vorrevolutionären Russland, vom Autor des Shanghai-1926-Thrillers "Der Herr des Regens" und des Kairo-1942-Krimis "Der Gott der Dunkelheit". Außerdem einmal John Lescroart, einmal Irene Rodrian, und ein harter Profikiller-Thriller, den man eigentlich wegen seiner Aufmachung gleich ins Horror-Regal schieben möchte: "Das Blutgericht" von Matt Hilton.
Im Januar 2011 wird Colin Batemans "Ein Mordsgeschäft" als Highlight beworben, laut Ian Rankin "saukomisch", laut Heyne "schräger Krimihumor für alle Fans von Carl Hiaasen und Christopher Moore", und da ich irgendwann mal was wirklich Komisches von ihm gelesen habe, will ich da gerne mal reinschauen. - Ansonsten kommt da noch ein neuer Jeff Abbott, ein "Krimi der besonderen Art" (Klartext: kein richtiger Krimi) von Cedric Arnold (Pseudonym), und ein vielleicht vielversprechendes Debüt: John Verdons "Die Handschrift des Todes" um Serienheld Dave Gurney (Profiler? Polizist?) und einen Serienkiller, der Spielchen spielen will - na ja, so ganz neu ist die Idee nicht. Und bei Heyne Hardcore noch ein vielleicht Horror, vielleicht Thriller von Tom Piccirilli: "Der Geruch von Blut".
Im Februar kommen Simon Kernicks "Instinkt" um Undercover-Cop Sean Egan und einen Serienkiller, die TB-Ausgabe von Kathy Reichs' "Tote lügen nicht" um Tempe Brennan und einen Serienkiller, die TB-Ausgabe von Meg Gardiners "Die Strafe" um Jo Beckett und ... einen Serienkiller? Egal, in Michael Katz Krefelds "Die Geisel" jedenfalls geht's um Kopenhagens junge Ärztin Maja Holm und einen Serienkiller.
Schluss jetzt! Allein dafür, dass er ohne Serienkiller auskommt, wird Marcus Sakeys Thriller "Zahltag" um ein ganz normales Pärchen und einen Haufen gefundenes Geld mein Tipp des Monats, zumal Dennis Lehane und George Pelecanos Buch und Autor mit den richtigen Worten überschwänglich loben!
Ebenfalls ganz ohne serienkillende Psychofreaks geht's im italienischen Mafia-Krimi "Wo die Zitronen blühen" von Marco Videtta und Massimo Carlotto (HC bei Tropen, TB nun bei Heyne Hardcore).
Im März geht's weiter mit Mary Higgins Clark, mit Bryan Boswells Rache- und vermutlich auch Serienkiller-Thriller "Tattoo", mit der TB-Ausgabe von "Das Bourne-Attentat" von Robert Ludlum / Eric van Lustbader, mit der TB-Ausgabe von Nelson DeMilles 862-Seiten-Mafiaschmöker "Das Vermächtnis", mit Craig Robertsons Glasgower Serienkillerthriller "Und Rache sollst du nehmen", mit der TB-Ausgabe von Colin Forbes' letztem (Serienkiller-?) Thriller "Die Schlucht", mit der TB-Ausgabe von David Peaces erstem Tokio-Nachkriegszeit-Thriller "Tokio im Jahr Null" (in dem Inspektor Minami was durch die Ruinen jagt? - einen Serienkiller!), und zur Erholung schließlich mit Manfred H. Krämers Bergstraßenkrimi "Die Raben vom Mathaisemarkt" - den muss ich meiner Schwester schenken, die lebt nämlich dort in der Ecke.
Zum Abschluss des Heyne-TB-Halbjahres im April 2011 bekommen wir noch einen Thomas-Pitt-Krimi von Anne Perry ("Der Verräter von Westminster"), die TB-Ausgabe von Jacques Berndorfs Nicht-Eifel-Krimi "Der Meisterschüler", und den Exsoldaten-gegen-Drogendealer-Thriller "Kopfgeld" von Chuck Hogan. Und ein True-Crime-Sachbuch: "Das Gesicht des Todes. Authentische Mordfälle" von KHK Toni Feller, wobei sich mir leider nicht erschließt, was dieses Buch vor Dutzenden seinesgleichen auszeichnet.
www.randomhouse.de/heyne/
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Hoffmann & Campe:
Kann HoCa eigentlich noch was Anderes außer Patricia Cornwell? - Na ja. Im August kommt hier jedenfalls "Scarpetta Factor" (HC, € 24,-). Außerdem Rosamund Luptons Briefroman (?!) und Ungleiche-Schwestern-Familien-Psycho-Drama "Liebste Tess". Außerdem Michael Ridpaths "Fluch" (ein Autor, bei dem man m.E. aufs Taschenbuch warten kann). Außerdem im September Doris Gerckes neuer Bella-Block-Krimi "Tod in Marseille" (dito). Außerdem im September Petra Reskis neues Mafia-Sachbuch "Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland".
www.hoffmann-und-campe.de/
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KBV:
Im Unterschied zu Gmeiner und Emons ballert KBV nicht die ganze Republik flächendeckend zu mit irgendwelchen Regionalkrimis, sondern macht bescheiden weiterhin sein Dutzend Neuheiten pro Halbjahr, darunter auch Grusel, Historisches, Anthologien und Kinderkrimis.
In der altbekannten TB-Reihe kommt unter anderem (im Oktober) Klaus Wanningers "Schwabensommer", 13. Roman der "Schwaben"-Serie. Eine sichere Bank, hat der Autor doch auch im Badischen (dank Titel wie "Schwabenhass") seine Fans.
Und neu im Verlag: Minck & Minck (sind das eigentlich zwei Autoren, oder ist es nur Edda Minck alleine?) mit ihren lustigen Ruhrpott-Krimis um Maggie Abendroth. Bisher beim Droste Verlag daheim ("Abgemurkst", "Totgepflegt" usw.), kommt die Nummer 5 der Serie, "Ausgeträllert", jetzt im September als TB bei KBV.
www.kbv-verlag.de/index2.htm
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Kiepenheuer & Witsch:
Hier kommen diesen Herbst/Winter kurioserweise mehr Hardcover- als Taschenbuch-Krimis raus.
Im September erfreut Volker Kutscher ("Der nasse Fisch", "Der stumme Tod") seine Fans mit "Goldstein", dem dritten Historiokrimi um Kommissar Gereon Rath im Berlin der Weimarer Republik.
Im November beschert uns Christian von Ditfurth (politisch-historische Krimis um den alternden Historiker Stachelmann; Alternativwelt-Romane zu heiklen Punkten der deutschen Geschichte) einen waschechten Agententhriller: "Das Moskau-Spiel" nimmt den Tod eines BND-Agenten zum Anlass, in die 80er Jahre zurück zu blicken, in das Russland vor Gorbatschow.
Und als KiWi-TB kommt Linus Reichlins zweiter ambitionierter, mit Physik und Philosophie angereicherter Kriminalroman "Der Assistent der Sterne". Sein Debüt "Die Sehnsucht der Atome" wurde für den Glauser nominiert und gewann den Deutschen Krimipreis 2009. Für Reichlins zweiten Roman wirbt der Verlag nun aber etwas unglücklich mit einem BRIGITTE-Zitat: "spannend, geistreich und manchmal fast philosophisch".
www.kiwi-verlag.de/
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Klett-Cotta, mit Tropen:
Bei Tropen, mittlerweile sozusagen das Krimi-Sublabel von Klett-Cotta, kommt ein neues Buch von Massimo Carlotto. "Der Flüchtling" (HC, Ende Juli) erzählt Autobiographisches, nämlich wie Carlotto 1976 in die Mühlen der italienischen Justiz geriet. Eine Lebensgeschichte wie ein Krimi, ja, aber vielleicht wäre mir ein weniger befangener Erzähler dieser Geschichte doch lieber gewesen.
www.klett-cotta.de/
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Knaur Taschenbuch und zugehörige
Hardcover-Verlage (Droemer, Knaur):
Im laufenden Sommerhalbjahr 2010 kommen als Knaur-TB noch "Blutsbruder", Abschluss der finsteren "Straw Men"-Trilogie von Michael Marshall, "Kaltes Gift" von Nigel McCrery und "Ein makelloser Tod" von P. D. James, alle im Oktober. Und ein Schwarzwald-Krimi: "Schweig still, mein Kind" von Petra Busch, ein Roman-Debüt um Aberglaube und alte Geheimnisse in einem Schwarzwalddorf - möglicherweise unser Laden-interner Bestseller aus diesem Programm. Last but not least, Val McDermids Brannigan-Krimis werden mal wieder neu aufgelegt: Ab Oktober sind sie alle bei Knaur wieder lieferbar - feine Sache!
Bleiben wir bei Knaur Taschenbuch, das interessiert doch die meisten Krimileser eher, außerdem kommt sowieso die beste Kriminalliteratur direkt im Taschenbuch, paradoxerweise.
Im November zeigt der Verlag Zähigkeit, indem er trotz ausbleibenden Verkaufserfolgs auch den vierten netten Krimi um Knochenspezialistin Diane Fallon herausbringt: "Brandzeichen". Der Serienauftakt "Sterbliche Hüllen" war ein echt netter erfrischender Frauenkrimi, eher für die Kathy-Reichs-Fraktion als für die Patricia-Cornwell-Fans; der Nachfolgeband "Die vierte Schlinge" war schon schwächer; und den dritten, "Das Gesetz der Knochen", ließ ich dann ungelesen passieren - meine Kundinnen leider ebenso. Zu cozy, die Serie?
Ebenfalls im November: Val McDermids "Vatermord", Erstausgabe eines neuen Polizeikrimis mit Carol Jordan und Tony Hill. Und die TB-Ausgabe von Thomas Kasturas "Das dunkle Erbe" - Kastura scheint neben oder knapp hinter Andreas Franz und Sebastian Fitzek der dritte deutsche Thriller-Bestseller bei Knaur zu sein. Außerdem gibt's noch den zweiten Serienkillerthriller von Janathan Hayes ("Martyrium") mit dem Pathologen Edward Jenner: "Tortur" heißt's kurz und knackig und horrorhart.
Im Dezember folgt Andreas Franz' "Teufelsleib", Untertitel "Ein neuer Fall für Peter Brandt", als TB-Originalausgabe und Spitzentitel. Sorry, da wäre Jeff Lindsays vierter Dexter-Krimi "Die schöne Kunst des Mordens" eher nach meinem Geschmack. Obwohl mir sein zweiter Serienroman ja zu hart war, so dass ich die ganze Serie kurzerhand aus der Krimi-Abteilung verbannt habe in die Horror-Abteilung. Aber vielleicht wandert sie ja wieder zurück?
Ebenfalls im Dezember: "Der Ausbrecher" von Gregg Hurwitz. Und (hurra, endlich was, was ich garantiert lesen werde!) Michael Korytas dritter Roman "Blutige Schuld" - leider offenbar ohne Korytas gelungenes Detektivgespann Lincoln Perry und Joe Pritchard aus "Tödlicher Abschied" und "Tödliche Rechnung".
Das Jahr 2011 beginnt Knaur mit einem "Tipp der Lektorin" (was die sich alles einfallen lassen!): Sven Kochs "Psychothriller" (Untertitel des Verlages) und in Wahrheit eben wohl wieder mal Serienkillerthriller "Purpurdrache". Irgendwie bleibe ich hartnäckig skeptisch, ob ein Deutschkrimi mit Serienkiller hinhauen kann; aber vielleicht ist ja Detmold (Sven Kochs Wohnort) ein heißeres, psychopathogeneres Pflaster als Freiburg.
Springen wir gleich zum Februar, da powert der Verlag richtig. Reginald Hill hebt hier mit "Ein nasses Grab", neuester Roman um Superintendent Andy Dalziel, das Niveau des Halbjahresprogramms (TB-Originalausgabe). Lindsey Davis liefert mit "Mord im Atrium" einen neuen Fall für ihren antiken Privatschnüffler Marcus Didius Falco. Torkiel Damhaugs norwegischer Thriller "Die Bärenkralle" kommt ins Taschenbuch. Mangels Zeit, Platz und Lust lasse ich vier, fünf weitere Titel weg, erwähne nur für die "True Crime"-Fans noch Stephan Harborts "Begegnung mit dem Serienmörder. Berichte von Menschen, die entkommen konnten" - okay, wem solche Lektüre Spaß macht ...
Den März mit seinen drei Titeln überspringe ich. Und staune und juble im April 2011 über die "direct to taschenbuch"-Erstausgabe von Michael Connellys neuestem Harry-Bosch-Roman "Neun Drachen". Nanu, was in drei Teufels Namen bringt den Großmeister der Cop Novel denn dazu, von Heyne weg zu gehen zu Knaur?!?
Wie auch immer, neben Connellys Highlight erscheint im April noch Ava McCarthys zweiter Fall für die irische Computerspezialistin Henrietta Martinez, "Der Todeskurier". Der Rest ist Fantasy, und Schlimmeres.
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Fortsetzung in Spalte 5, rechts oben!
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Vorschau, 5. Teil
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Bei Knaur im Hardcover (incl. auch Broschur-Bände im mittleren Preisbereich zwischen 10 und 20 Euro) fehlen wie gesagt die Autoren vom Rang eines Connelly, eines Hill, einer McDermid. Dafür eine Nancy Taylor Rosenberg (HC), ein Andreas Föhr ("Schafkopf", zweiter Provinzkrimi nach dem durchwachsenen Debüt "Der Prinzessinnenmörder", im September als Spitzentitel), einen Thomas Thiemeyer (HC, eigentlich Phantastik), eine Sabine Kornbichler, eine Lisa Jackson - Herrgott, was für ein Gerümpel!
Bei Droemer im Hardcover sieht's insgesamt etwas gediegener aus. Christoph Scholders Debüt "Oktoberfest" handelt von eben diesem, mit einem Giftgas-Attentat durch fanatische Russen - äh, wie bitte? Idee von Haslingers "Opernball" geklaut und mit der urdeutschen Russen-Angst verquirlt? Jedenfalls Droemers Spitzentitel im August.
Schon eher hoffen lässt dagegen Torkil Damhaugs zweiter norwegischer Psycho- und Polizeithriller "Die Netzhaut" (HC, im September). Ebenfalls im September: Thomas Kasturas "Das geheime Kind" (HC); "Thomas Kasturas Romane lesen sich wie ein guter TATORT", notiert der Verlag und meint das als Lob.
Eine neckische Kurzkrimi-Anthologie haben wir im Oktober, schön in Moleskine-Aufmachung: "P.S. Ich töte dich. 20 Zehn-Minuten-Thriller", herausgegeben von Knaurs Thriller-Zugpferd Sebastian Fitzek (den wir diesmal im Halbjahresprogramm vermissen), mit Beiträgen von Autoren wie Connelly und McDermid einerseits, Fitzek und Heitz andererseits - eine krude Mischung nennt man so was.
Dann kommt im November als Hardcover noch John Katzenbachs neuester Psychothriller "Der Professor", sehr wahrscheinlich wieder ein Psycho-Thriller im wahrsten Sinne des Wortes. Kate Mosses "Wintergeister" (ebenfalls HC im November) überlassen wir gleich der Phantastik, genau so wie den neuen Preston/Child im Januar 2011, und damit wären wir durch.
www.droemer-knaur.de/themenbereich/
Krimi+&+Thriller.414970.html
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Kunstmann:
Auch Louise Welshs dritter Kriminalroman wird wieder die Geister scheiden: "Das Alphabet der Knochen" (HC, Ende Juni 2010) ist angeblich "ihr bisher dunkelster und unwiderstehlichster Roman", und wieder "spielt Louise Welsh mit den Mitteln des Kriminalromans" (Verlagsvorschau) - m.a.W.: ein richtiger Krimi ist es wohl wieder nicht. Schauen wir mal ...
www.kunstmann.de/
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Liebeskind:
Im August erscheint hier "Tokio, besetzte Stadt", nach "Tokio im Jahr Null" der zweite Band der Tokio-Trilogie von David Peace.
www.liebeskind.de/
frameset.html
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Lyx:
Das Beißer-Sublabel des Verlagshauses Egmont beglückt uns wieder mit einer Überfülle an "Romantic Fantasy, Urban Fantasy, High Fantasy, Romantic Thrill" (so steht's auf der Verlagsvorschau Juni 2010 bis März 2011) - siehe Phantastik-Vorschau. Erstaunlich, diese Erfolgsgeschichte: Noch nie hat in unserer Buchhandlung ein einziger Verlag dermaßen ein Genre dominiert, und die neidische Konkurrenz fragt sich wohl, woran's liegt. Wie auch immer, ab diesen Sommer gibt's hier eben auch "Romantic Thrill", sprich: Krimis mit Sex und Liebe.
Titel wie "Die Nacht hat viele Augen" (Pressezitat: "wunderbar spannende Krimigeschichte mit prickelnder Erotik"), "Spionin in High Heels" (wohl Comedy à la Janet Evanovich), "Hot Shots" (kein Witz, obwohl da jeder an die "Top Gun"-und-"Rambo"-Parodien mit Charlie Sheen denkt; es geht um eine Brandermittlerin und einen heißen Feuerwehrmann), "Vertraute Gefahr" und "Gefährlicher Fremder" lassen vielleicht so manches Krimiherz höher oder schneller schlagen. Nicht aber meins. Nein, dieser Verlag ist nicht für mich. Aber für meine glücklichen Kundinnen, die an den Erstverkaufstagen die Neuheiten-Auslage plündern, und was will man mehr.
www.egmont-lyx.de/index.php/
cat/c687_romantic_thrill.html
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Milena:
Zwei weitere Frauenkrimis, bei denen ich nicht so recht weiß, was ich davon halten soll - zumal, wenn man sieht, was in Milenas Verlagsreihen EXQUISITE CORPSE und REVISITED Aufregendes passiert. - Amaryllis Sommerers "Keine Wunde, nichts" läuft unter der Rubrik Psychothriller; Lisa Lerchers "Zornige Väter" unter Kriminalroman (so ist die Vorschau sortiert, und so steht's als Untertitel jeweils auf dem Cover).
www.milena-verlag.at/
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Pendragon:
Schon erschienen, im Juni: Robert B. Parkers vorvorvorvorvorvorvorletzter Spenser-Krimi "Alte Wunden" ("Back Story", 2003). Es fehlen auf deutsch nun noch seine beiden allerletzten, "Rough Weather" (2008) und "The Professional" (2009), und vier ältere aus den Jahren nach 1999, die Rowohlt nicht mehr übersetzt hat - tja, der großen "rororo thriller"-Tradition könnte man so manche Träne nachweinen. Pendragon wird Parkers Spenser-Serie jetzt wohl komplettieren, oder?
Und sonst im Herbstprogramm?
Ein neuer (Kriminal-) Roman von Frank Göhre, "Der Auserwählte", im Juli. Und (endlich!) die Taschenbuch-Ausgabe von Blettenbergs "Berlin Fidschitown" (Deutscher Krimipreis 2004!) (Und wenn ich schreibe "Deutscher Krimipreis", dann meine ich damit: 1. Platz!). Und zwei, drei, vier andere Sachen - siehe Verlagswebsite.
www.pendragon.de/
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Picus:
Abgesehen von einem Kurzgeschichtenband (Non-Crime) von Stefan Slupetzky (Lemming-Krimis bei rororo), kommt hier im August 2010 "Veitels Traum" von Andreas Weber. Verlagstext dazu: "Andreas Webers neuer Roman im Kleinstadtmilieu der achtziger Jahre ist gleichermaßen packender Krimi, Liebesgeschichte und Entwicklungsroman".
www.picus.at/
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Piper Verlag, mit Pendo:
Im laufenden Taschenbuch-Programm sieht's mau aus. Krimimäßig das schwächste Halbjahresprogramm seit Menschengedenken. Provinzkrimis, Serienkillerkram, Verschwörungsschwurbel. Im September endlich, Lichtblick, ein neuer Steinfest: "Batmans Schönheit", angeblich Chengs letzter Fall. Im selben Monat ein Budapest-Krimi: "Tödliche Rückkehr" von Viktor Iro, dem Autor von "Gebrauchsanweisung für Budapest und Ungarn" - das könnte was sein. Der Rest ist Fantasy, oder Schlimmeres.
Im Herbst/Winter-Programm 2010/2011 sieht's besser aus: Sowohl im Taschenbuch wie auch bei den Hardcovern gibt's einiges Interessantes für uns.
Bei Piper Hardcover erscheint Anfang August Ferdinand von Schirachs zweiter Band mit Erzählungen aus dem deutschen Justizsystem: "Schuld" (HC, € 17,95). Sein Erstling "Verbrechen" begeisterte Krimifans, Kritik und Literaturleser gleichermaßen, dank Schirachs ganz eigenem feinen Stil.
Ebenfalls Anfang September kommt zum einen Thomas Raabs dritter Metzger-Krimi "Der Metzger holt den Teufel": netter Austriakrimi um den Restaurator und Gelegenheitsdetektiv Willibald Adrian Metzger. Und zum andern ein neuer Roman der norwegischen Queen of Crime, Anne Holt: "Gotteszahl".
Und Anfang Januar kommt dann noch Johan Theorins dritter düsterer Schwedenkrimi "Blutstein".
Auch bei Pendo, ehemals eigenständiger Verlag und jetzt bei Piper als Sublabel weitergeführt (aber irgendwann wird der Name Pendo wohl wegfallen, denn das Programm grenzt sich kein bisschen gegen das von Piper ab) kommen Anfang September zwei Krimis als Hardcover. Erstens Niklas Ekdals schwedischer Verschwörungsthriller "Code 1658" (die Story würde ich mir, ehrlich gesagt, lieber als Action-Film reinziehen). Und zweitens Claude Izners historischer Paris-Krimi "Madame ist leider verschieden": 1889, Weltausstellung, eine kuriose Mordserie um einen bescheidenen Buchhändler - das könnte was sein für alle Fred-Vargas-Fans!
Womit wir zu Piper Taschenbuch kommen.
Gleich im Oktober das erste Highlight: Ferdinand von Schirachs "Verbrechen" (siehe oben) kommt jetzt schon als TB raus. Um so besser, können's mehr Leute kaufen und lesen, und ich hab wieder einen "Tipp des Monats"!
Diverse Provinzkrimis und fragwürdige Serienkillerthriller außer Acht gelassen (Sorry, Leute, ich zähle hier nicht jede Neuheit auf!), geht's im Oktober weiter mit der TB-Ausgabe von Heinrich Steinfests "Gewitter über Pluto", mit ... - noch mal sorry, den muss ich aus Freundschaft und Lokalpatriotismus nun doch erwähnen: "Giftpilz", den achten Fall für Villingens trotteligen Lehrer und Gelegenheitsdetektiv Hubertus Hummel; Alexander Rieckhoff & Stefan Ummenhofer schreiben diese Dinger in ihrer Freizeit.
Ansonsten aber wird mir das hier jetzt alles zu viel und zu mittelmäßig, Deutschkrimi, Schwedenkrimi, Regionalkrimi am laufenden Band. - Erst im Februar wieder ein Lichtblick: Markku Ropponens zweiter Finnenkrimi "Ein beschissenes Sortiment an Schwierigkeiten". Toller Buchtitel! "Für die Leser von Mikael Niemi und Carl Hiaasen", spannt der Verlagswerbetext einen arg weiten Bogen, aber vielleicht ist ja was dran.
Bei so viel Deutschem und Skandinavischem freut man sich als Mediterranophiler ja über jeden gelegentlichen Piper-TB-Krimi aus Spanien (Teresa Solanos "Höllenfahrt ins Paradies", im Februar 2011) oder Italien (TB-Ausgabe von Loriano Macchiavellis "Die Mörder von Sanleonardo" im Februar; Margherita Oggeros "Mord zum Aperitivo" im März).
Sorry, den ganzen, sicher nicht ganz unspannenden Rest gucke man sich auf der Piper-Website an, oder eben in unserer monatlichen Neuheiten-Auslage hier im Buchladen!
www.piper-verlag.de/piper/index.php
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Pulp Master:
Verschoben auf 2010 (Frühjahr? Sommer?): Paul Freemans "Laster und Tugend"; und Buddy Giovinazzos "Piss in den Wind". Und angekündigt für Frühjahr 2010 (was im Klartext heißt: frühestens Sommer 2010): eine Neuausgabe von Buddy Giovinazzos erstem Buch "Cracktown" (deutsche Erstausgabe 1995 bei Maas, übersetzt von (!) Dietmar Dath); und Rick DeMarinis "Götterdämmerung", sein zweiter Noir-Krimi nach dem tollen "Kaputt in El Paso" (Pulp Master, 2007).
Und nach dem (berechtigten!) Erfolg mit Jim Nisbets "Dunkler Gefährte" (einer meiner Lieblinge des Jahres 2009, und da 2010 als Erscheinungsjahr vorne drin steht, sicher einer meiner Favoriten für den nächsten Deutschen Krimipreis!), schiebt man jetzt (bzw. wann's eben kommt, siehe oben) Nisbets früheren, schon einmal beim Maas Verlag, Reihe Pulp Master, lieferbaren Noir-Krimi "Tödliche Injektion" hinterher - na ja, okay, aber ich hätte mir doch lieber noch einen späteren Roman von Nisbet gewünscht anstatt diese Neuausgabe.
www.pulpmaster.de/z/index2.shtml
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Rotbuch:
Keiner der ganz Großen, aber als Krimi-Verlag immer eine feste Größe. Hier kommt im August als HC Allan Guthries "Family Job", wohl ein ähnliches Kaliber wie "Post Mortem" und "Hard Man" - harter englischer Gangsterkrimi von heute.
Ansonsten noch erwähnenswert: zwei neue "Hard Case Crime"-Bände, das sind die mit den sexistischen Trash-Covern im Stil der alten Pulps. Geschmackssache. Jedenfalls kommt hier ein alter, ausgegrabener Krimi wieder zu Ehren, Robert Blochs "Werkzeug des Teufels" ("Originalausgabe von 1954 neu übersetzt", wirbt der Verlag), und Rotbuch bringt uns einen weiteren harten Krimi von Ken Bruen & Jason Starr, denen die Zusammenarbeit anscheinend Spaß macht: "Attica", Untertitel: "Hinter Gittern und gefährlich ..." Beide als TB für ca. € 9,95.
www.rotbuch.de/
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Rotpunkt:
Im Juli 2010 erscheint hier Rodolfo Walshs "Die Augen des Verräters. Kriminalerzählungen" (HC, ca. 220 Seiten), ein Band mit Geschichten um Kommissar Laurenzi in Buenos Aires.
www.rotpunktverlag.ch/cgibib
/germinal_shop.exe/VOLL
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Rowohlt Taschenbuch und
zugehörige Hardcover-Verlage:
Bei rororo das übliche Allerlei. Besonders bemerkenswert im laufenden Programm (Sommer 2010): die TB-Ausgabe von Stewart O'Nans "Alle, alle lieben dich" (Juli); die TB-Ausgaben von John Wrays "Rettet die Welt" und von Philip Kerrs "Das letzte Experiment" und von Oliver Maria Schmitts "Der beste Roman aller Zeiten" (September). Zu guter Letzt im Oktober dann Camilla Ways Psychothriller "Little Bird".
Die Krimi-Highlights im rororo Taschenbuch-Programm Herbst/Winter 2010/2011: Im Oktober anlässlich des Kinofilms mit George Clooney (als Auftragskiller!) eine verspätete deutsche Übersetzung von Martin Booths "A Very Private Gentleman" (1990), auf deutsch wird's wohl so wie der Kinofilm heißen, laut rororo-Cover "Ein Gentleman", laut amazon-Vorankündigung "The American".
Im November wieder der traditionelle "kriminelle Adventskalender", heuer heißt er "Mordsweihnachten" und bringt 24 Kurzkrimis von allen möglichen deutschsprachigen Autoren, zusammengestellt von Jan Costin Wagner. - Na ja, ohne nörgeln zu wollen, die illustrierte Variante zum Aufschneiden, geschrieben damals von Norbert Klugmann & Peter Mathews (zwei wichtige Namen aus Rowohlts Glanzzeit als Krimiverlag), fand ich pfiffiger.
Im Dezember John Rectors Erstling "frost" (warum denn Kleinschreibung?), Original: "The Cold Kiss" (2010), laut Verlag "ein eiskalter Noir-Thriller mit doppeltem Boden, der an Filme der Coen-Brüder erinnert", und tatsächlich kann man auf amazon.com drei absolut begeisterte Kundenmeinungen nachlesen. Ein neuer Star am Thriller-Himmel?
Den Januar lassen wir beiseite, im Februar gibt's dafür zwei Highlights.
Zum einen Todd Ritters US-Provinz-Thriller "Das Schweigen der Toten" - mmmh, auch ein heißer Kandidat im Wettbewerb der blödesten Krimi-Titel; das Original vom Hebst 2010 hieß allerdings auch einfallslos "Death Notice". Vom rororo-Verlagstext schon wieder mit "Fargo" verglichen, könnte auch dies ein vielversprechendes Debüt sein.

Zum andern die TB-Ausgabe von "Brodecks Bericht", Philippe Claudels literarischem Krimi aus französischer Provinz, bisher lieferbar als HC bei Kindler, hoch gelobt von der Kritik wie schon Claudels voriges Buch "Die grauen Seelen".
Und im März 2010 (schon?! - um so besser!) die TB-Ausgabe eines meiner 2009er Lieblingsbücher (eines unserer Lieblingsbücher, denn ohne Chef Matses Begeisterung hätte ich das Ding vielleicht nie gelesen). - Nein, nicht Simon Becketts "Tiere", und erst recht nicht Felicitas Mayalls Toscana-Krimi "Die Stunde der Zikaden" (beide als TB im März), um Gottes Willen! - Sondern William Gays southern gothic "Nächtliche Vorkommnisse": Ein Roman ganz im Geiste von Charles Laughtons merkwürdigem klassischen Noir-Film "Die Nacht des Jägers" (mit dem unvergesslichen Robert Mitchum als bösem Wanderprediger). Ein Muss!
Und im April? - Na ja, Leenders/Bay/Leenders mit einem neuen Kleve-Polizeikrimi. Guido Eekhauts "Schwarze Kanäle", ein düsterer flämischer Krimi, ausgezeichnet mit dem dortigen Hercule-Poirot-Preis. Und zu guter Letzt, endlich, eine Neuausgabe von Wolf Haas' lange vergriffenem Formel-Eins-Krimi "Ausgebremst" - bei den Haas-Fans (die ihn wohl vor allem wegen seines eigenen Sprachstils lieben) fiel diese wunderbar abstruse Verschwörungskomödie und gnadenlose Abrechnung mit dem Autorennsport-Zirkus damals ziemlich durch, zu Unrecht, wie ich meine.
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Fortsetzung in Spalte 6, rechts oben!
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Vorschau, 6. Teil
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Und in den vier Hardcover-Verlagen Rowohlt, Kindler, Wunderlich und (ganz neu) Polaris finden wir fürs 4. Quartal 2010 und fürs 1. Quartal 2011 (so hier die Einteilung) ein Mal ganz große Weltliteratur, ein Mal heiß erwartete tolle Kriminalliteratur, und vier Mal Krimi, den man lesen kann oder auch nicht.
Mit Ersterem meine ich Thomas Pynchons "Natürliche Mängel" ("Inherent Vice"), vielleicht sein lustigstes und lesbarstes Werk, auf jeden Fall sein Krimi-affinstes, denn ein richtiger Krimi oder Thriller kommt von diesem Gigant der zeitgenössischen US-amerikanischen Literatur natürlich nicht. Aber eben ein durchgeknallter Thriller im Los Angeles von 1970, wo es mit und ohne Drogen drunter und drüber geht. Und Nikolaus Stingl sei Dank, kann man das ab 17. September (HC Rowohlt, 512 Seiten, € 24,95) auf deutsch lesen, statt sich durchs Original arbeiten zu müssen.
Das Zweite wäre, hurra, ein neuer Monkeywrench-Krimi des umwerfenden Mutter-Tochter-Gespanns P. J. Tracy, die sich bei ihren Fans ausdrücklich dafür entschuldigen, dass es so lange gedauert hat. "Sieh mir beim Sterben zu" ("Shoot to Thrill"; HC bei Wunderlich, ebenfalls Mitte September, 384 Seiten, € 19,95) hat nun anscheinend auch wieder das Kaliber der ersten drei Bücher; ihr viertes war ja etwas harmloser und dünner ausgefallen, fast wie ein Intermezzo.
Ferner liefen: Peter May mit "Blackhouse", wohl ein solider schottischer Polizeikrimi des altbekannten Autors, und Lena Lehtolainen mit "Die Leibwächterin", Beginn einer neuen Serie der altbekannten finnischen Frauenkrimiautorin (beide Mitte Januar 2011 als HC bei Kindler). Und Dan Chaon mit "Identität" (ein Thriller um Identitätsdiebstahl, HC bei Polaris, Dezember 2010, € 14,95). Und Olle Lönnaeus mit "Das fremde Kind" - ein in Schweden hoch gelobtes und augezeichnetes Debüt, "für Leser von Johan Theorin, Henning Mankell und Stieg Larsson", so die Verlagswerbung (HC bei Polaris, April 2011, € 14,95).
www.rowohlt.de/
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Schüren:
Neben Bertz & Fischer (siehe linke Spalte) der interessanteste Filmbuch-Verlag. Man muss nur aufpassen, manchmal sind die Publikationen arg akademisch, bei Bertz & Fischer finden sich die populäreren, eher fürs breite Fan-Publikum gedachten Filmbücher. - Jedenfalls gibt es auch für 2011 wieder den Schüren Filmkalender, einen der besten Taschenkalender überhaupt, mit Fadenheftung und Lesebändchen, für € 9,90 (ab Juli). Einer der Themenpunkte bei den kurzen Zwischentexten diesmal: "Der Malteser Falke" (1941) als früher Höhepunkt des Film noir.
 
Außerdem eine schöne Neuausgabe (aktualisiert? - hoffentlich!) aus Georg Seeßlens Standardwerk-Reihe "Grundlagen des populären Films". Früher waren das schöne blaue Hardcover, jetzt kommt "Filmwissen: Detektive" als Broschur mit überwiegend weißem Cover daher (€ 19,90; Oktober 2010). - Gleichzeitig übrigens: "Filmwissen: Western", für die entsprechenden kritischen Fans jenes Genres.
Und schon im Juli kommt "TATORT. Ein populäres Medium als kultureller Speicher" von Dennis Gräf (€ 29,90). Wohl eher akademisch, der Verlagstext spricht von einer "Studie", das Buch erscheint als Band 1 der neuen Verlagsreihe "Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik".
www.schueren-verlag.de/
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Seeling:
Ermutigt durch den Überraschungserfolg mit Stefan Kiesbyes "Nebenan ein Mädchen" (2009 auf der Krimi-Bestenliste, und tatsächlich lesenswert!), legt der junge Frankfurter Verlag nun nach. Mitte Juni 2010 ausgeliefert: Derek Nikitas' "Scheiterhaufen" ("Pyres", 2007; als Broschur für € 15,-), ein harter US-amerikanischer Thriller, 2008 für den Debüt-Edgar nominiert - ich bin gespannt!
www.verlag-seeling.de/home.html
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Silberburg:
Der Tübinger Verlag steht für schwäbische (und badische) Regionalia. Allerlei Koch- und Backbücher, populäre Bild-und-Text-Bändchen zu Geschichte und Kultur im Ländle (berüchtigt sind die Weihnachtsbücher und -CDs), Wander- und Ausflugsführer, Märchen und Sagen, Mundart und Unterhaltung (allein sechs Seiten Backlist-Katalog), und so weiter. Und eben mittlerweile auch 15 Schwaben-Krimis, die bislang schon hier in Baden kaum interessierten. So weit, so gut, ein emsiger Regionalia-Verlag eben.
Dann kam 2009 Thomas Hoeths "Herbstbotin", ein ambitionierter und tatsächlich lesenswerter Politkrimi für alle Schorlau-Fans. Das Buch wurde für den GLAUSER als bestes Debüt nominiert und räumte danach noch den Stuttgarter Krimipreis 2010 ab - heiligs Blechle!
Nun legt der Verlag nach. Thomas Hoeths zweiter Krimi, nicht mehr als "Ein Stuttgart-Krimi", sondern als "Ein Baden-Württemberg-Krimi" untertitelt (oh, Ihr Marketing-Fuzzis!), erscheint im Oktober: "Erblast" handelt wieder von üblen alten Geschichten, von Politik und Korruption und diesmal speziell von der Pharmaindustrie.
Auch Birgit Hummlers Arbeitswelt-Krimi "Stahlbeton" (hier nun wieder: "Ein Stuttgart-Krimi") könnte was taugen. Der Polizeikrimi um die tatsächlich mörderische Konkurrenz in Stuttgarts Baubranche erscheint im Juli.
Das Restprogramm, na ja, ein "Rems-Murr-Krimi" von Jürgen Seibold, ein "Oberschwaben-Krimi" von Klaus Eckardt, ein "Taubertal-Krimi" von Wolfgang Stahnke, ein "Stuttgart-Krimi" von Sigrid Ramge, und noch ein kulinarischer "Neckar-Krimi" von Jürgen Seibold - da setzt man auf eingeführte Verlagsautor(inn)en, die sich wohl in der jeweiligen Region ganz ordentlich verkaufen. Und dagegen ist nichts einzuwenden, als Buchhändler bin ich ja auch froh um jeden neuen Freiburg-Krimi.
www.silberburg.de/
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Suhrkamp/Insel:
Im September kommt hier ein vielversprechender mexikanischer Krimi: "Silber" von Elmer Mendoza.
Und im Oktober gleich der Krimipreis-verdächtige Spitzentitel, ein kapitales Buch: Mit "Tage der Toten" ("The Power of the Dog") hat Don Winslow ein drittes Meisterwerk abgeliefert (nach "Ein kalter Hauch im Untergrund" und "Frankie Machine") und etabliert sich damit endgültig in derselben Liga wie Thomas Perry, T. Jefferson Parker und (ja, doch!) James Ellroy. Ernsthafter, ambitionierter, komplexer und dicker als all seine bisherigen Thriller - ein Muss!
Da könnte man den Rest des Herbst/Winter-Programms fast vergessen. Aber nein, immerhin kommt da noch "London Boulevard" von Ken Bruen (im Dezember), und immerhin kommt da noch Adrian Hylands zweiter Australien-Krimi mit Emily Tempest, "Kaltes Feuer" (Januar 2011). Aber der restliche Rest, den vergesse ich jetzt wirklich.
www.suhrkamp.de/
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Ullstein und List Taschenbuch
und zugehörige Hardcover-Verlage:
Das laufende TB-Programm, bis Oktober, bei Ullstein und List: Im August kommt bei Ullstein ein neuer Jack Kerley (nun J. A. Kerley, warum auch immer), in "Bestialisch" jagt sein Serienheld Detective Carson Ryder einen Serienkiller (was auch sonst). Und bei List kommt im September Michael Theurillats dritter Zürich-Krimi "Sechseläuten" ins Taschenbuch. Beides okay, aber das waren auch schon die Highlights.
Bleiben wir im Taschenbuch. Bei Ullstein kommt im Herbst/Winter-Halbjahr 2010/2011 so einiges, aber den üblichen Serienkillerthrillerschrott mal beiseite gelassen, finden sich nur wenige echte Highlights. Jamie Frevelettis zweiter Actionthriller "Flieh" (ihr erster hieß "Lauf"; die Autorin ist Langstreckenläuferin, die kommenden Titel kann man sich also denken) wartet immerhin mit einem originellen aktuellen Thema auf: dem Kampf gegen Hochseepiraten (Oktober 2010). Ebenfalls im Oktober erzählt uns Sachbuch-Autor Michael Tsokos wieder "Neue unglaubliche Fälle aus der Rechtsmedizin", so der Untertitel von "Der Totenleser". Liza Marklund im November, John Connolly im Dezember, na ja ... - dann aber: James Ellroys kapitales Werk "Blut will fließen" im Januar 2011. Okay, Ullstein rehabilitiert. Danach allerdings muss man wieder lange blättern in der Verlagsvorschau, Gisa Klönnes "Farben der Schuld" (März) ragt da schon heraus, tja, und das war's auch schon für dieses Halbjahr.
Bei List Taschenbuch kommt im Oktober Ake Edwardsons "Toter Mann", im November William Brodricks Pater-Anselm-Krimi "Das Schweigen des Mönchs", ..., und erst am Schluss des Halbjahres, im März 2011, kommt da plötzlich doch noch ein interessanter neuer Autor, nämlich der Mailänder Paolo Roversi mit seinem in Italien preisgekrönten Krimi "Die linke Hand des Teufels".
Und im Hardcover?
Bei Ullstein mindestens zwei Highlights. Zum einen Zoran Drvenkars "Du" (im Oktober), in ähnlicher Aufmachung und anscheinend auch literarisch ähnlich gestrickt wie Drvenkars letztjähriger irritierender Thriller "Sorry", der übrigens gerade als Ullstein-TB heraus kam. - Muss und will ich lesen!
Und zum andern der neue John Le Carré, "Verräter wie wir" (ebenfalls im Oktober). Eigentlich ebenfalls Pflicht. Diesmal geht's um einen russischen Mafia-Geldwäscher, der im Westen untertauchen will und sich deshalb mit dem englischen Geheimdienst einlässt.
Wem das aber zu anstrengend ist, kann ja (ebenfalls ab Oktober) den neuen Katzenkrimi von Rita Mae Brown lesen: "Die Weihnachtskatze".
Ansonsten kommt bei List Hardcover noch ein neuer Schwedenkrimi (die Schwemme ebbet nimmer ab!) von Camilla Läckberg: "Engel aus Eis". Und beim neu gegründeten (oder frisch einverleibten?) Sublabel Graf Verlag noch ein Regionalkrimi, Harry Kämmerers Erstling "Isartod" (HC, € 16,95).
www.ullsteinbuchverlage.de/ullstein/index.php
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Unionsverlag:
Hält er's noch, das Niveau, ohne metro-Herausgeber Thomas Wörtche? - Ja, erfreulicherweise!
  
Im Juli erscheinen als HC Claudia Pineiros "Die Donnerstagswitwen", Raúl Argemís "Und der Engel spielt dein Lied" und Garry Dishers "Rostmond", und als Klappenbroschur Nii Parkes' "Die Spur des Bienenfressers" - vier Highlights auf einmal!
Im Taschenbuch sieht's dürftiger aus. Im Juli gibt's Neuausgaben von Jörg Juretzkas "Der Willy ist weg" (nanu, was hat denn der beim Unionsverlag verloren, und dann noch mit altem Zeug?!?) und von Pablo De Santis' "Die Übersetzung" (schön! - siehe mein Lob im ARCHIV). Dazu TB-Ausgaben von Garry Disher vorigem Hal-Challis-Roman "Beweiskette", von Domingo Villars "Wasserblaue Augen" und (Ende September) von Petra Ivanovs "Kalte Schüsse". Und, immerhin, direkt als Taschenbuch kommt (im Juli) Raúl Argemís "Chamäleon Cacho" - Krimi oder eher doch nicht?
www.unionsverlag.com/info/
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Wagenbach:
Seit Jugendjahren einer meiner Lieblingsverlage, aus vielen Gründen, und das meist ganz ohne einen Krimi. Aber jetzt im Herbst-Programm haben wir hier gleich zwei feine Krimi-Neuheiten und eine Klassiker-Neuausgabe.
Im August 2010 erscheint erstens eine Neuausgabe von Leonardo Sciascias Sizilien-Krimi "Der Zusammenhang" (TB, € 9,90).
Und zweitens ein weiterer hoch literarischer Kriminalroman des Franzosen Tanguy Viel. "Paris - Brest" kommt wieder als schöner schlanker Hardcover (144 Seiten, € 16,90) auf den Markt, wie schon "Unverdächtig" und "Das absolut perfekte Verbrechen".
Und im September erscheint Ricardo Piglias "Ins Weiße zielen" (HC, € 19,90), das uns in die trügerische Ruhe der argentinischen Provinz entführt. "Ein Mordopfer, das mit Zwillingsschwestern unter einer Decke steckt, ein Japaner als Tatverdächtiger, ein zwielichtiger Staatsanwalt, ein Jockey, der sein Pferd mehr liebt als sein Leben, und ein Kommissar im Irrenhaus – in der Pampa ist die Hölle los", lockt uns Wagenbachs Verlagstext.
www.wagenbach.de/buecher/
demnaechst-erscheinen.html
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Zsolnay, mit Deuticke und
Hanser und Nagel & Kimche:
Ja ja, der wichtigere und größere und bekanntere Verlag ist eigentlich Hanser, zumindest in Deutschland. Aber eben nicht für Kriminalliteratur. Die ist (Henning Mankell, Qiu Xiaolong, ...) beim eigentlich auch sehr renommierten, für Klassiker und Hochliteratur bekannten österreichischen Verlag Zsolnay daheim. Und früher (Hinterberger, Bracharz, Molden, ...) war auch Deuticke, gleichfalls Österreich, ein Krimi-Verlag. Und ganz gelegentlich findet sich auch beim noch kleineren, feineren Verlag Nagel & Kimche etwas Kriminalliterarisches.
So liefert Zsolnay uns Ende Juli den (nur in der völlig verkehrten Chronologie der deutschsprachigen Publikation!) fünften Parker-Krimi von Richard Stark: "Irgendwann gibt jeder auf". - Schön, das rückt uns wieder mal die Standards im Subgenre Gangsterkrimi zurecht.
Ebenfalls Ende Juli kommt "Hitlers Violine" von Igal Shamir, die Übersetzung eines französischen Romans, in dem es tatsächlich um Geigen und Musik geht: Warum lauschte Hitler (ist das eigentlich verbürgt oder erfunden?) im engsten Kreis einem Geiger, zertrümmerte dann aber vor Wut dessen Instrument und ließ den Geiger hinrichten? - Der Autor, 1938 in Tel Aviv geboren, ist selbst ein bekannter Geiger und Geigenlehrer.
Bei Deuticke diesmal nichts, dafür aber bei Nagel & Kimche ein argentinischer Politkrimi: "Der Spion der Zeit" von Marcelo Figueras (HC, Ende Juli). Es geht um Rache an ungestraft davongekommenen Generälen, verantwortlich für Greueltaten während der Militärjunta - in einem fiktiven Staat namens Trinidad, was soll denn das, Herr Figueras, das ist doch albern. Trotzdem wahrscheinlich ein lesenswertes Stück lateinamerikanische Kriminalliteratur.
Und für die Fans von Cormac McCarthy, Tom Franklin, William Gay und Ähnlichen, ob man das nun Southern Gothic oder Country Noir oder wie auch immer nennen will, als Film-Beispiel fällt mir da gerade "The Three Burials" von und mit Tommy Lee Jones ein ... - jedenfalls scheint Glenn Taylors US-Hinterland-Geschichte "Die Ballade von Trenchmouth Taggart" höchstens ein halber Krimi zu sein: "Eine kraftvolle und handfeste Gaunergeschichte, die ganz in der Tradition von Twain, Faulkner und McCullers steht", meinte THE GUARDIAN.
Und bei Hanser? Roberto Bolanos kurzer "Lumpenroman" (HC, Mitte August) gehört wahrscheinlich schon in unsere Krimi-Abteilung, wo übrigens auch sein Meisterwerk "2666" steht. Verlagstext dazu: "Bolanos finster funkelnder Roman, der letzte, den er vor "2666" schrieb, gehört zu seinen vollendetsten Werken. Eine kurze Reise durcch unsere unheimliche Gegenwart und eine brillante, melancholische Satire auf unsere von Trash und Gewalt dominierte Kultur."
Beim kurz darauf erscheinenden Hanser-Spitzentitel, dem neuen Roman von Peter Hoeg, "Die Kinder der Elefantenhüter" (HC, ca. € 24,90), bin ich mir da nicht so sicher. Inhaltlich ja, so weit der Verlagstext uns vorab korrekt informiert. Aber einen richtig schönen Thriller wie "Smillas Gespür" will oder kann Peter Hoeg uns anscheinend kein zweites Mal liefern.
Den Rest des Hanser-Programms, von Umberto Eco bis Heinrich von Kleist, lese man hier nach:
www.hanser-literaturverlage.de/
verlage/zsolnay-und-deuticke.html
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Und wer's bis hierher ausgehalten hat, wird mit zwei schönen Fotos belohnt.
 
Morgenspaziergang am Wolfsbuck: Ein Ballon steigt auf und fliegt davon.
(RS, 8. Juli 2010)
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